Europäische und amerikanische Fluggesellschaften dürfen nun Flughäfen auf beiden Seiten des Atlantiks anfliegen. Dies legt das „Open Skies”-Abkommen fest, das gestern (30. März 2008) in Kraft getreten ist. Inzwischen greift Europas erweiterter Schengen-Raum auch an Flughäfen.
Ein kleiner werdender Atlantik
Die bedeutendste Neuerung des Abkommens ist, dass europäische Fluglinien aus ganz Europa Flughäfen in den USA anfliegen dürfen. Damit wird die gegenwärtige Situation von Beschränkungen und bilateralen Abkommen zwischen den USA und ausgewählten europäischen Fluggesellschaften überwunden.
Der EU-Verkehrskommissar, Jacques Barrot, lobte das Abkommen als den „Beginn einer neuen Ära der transatlantischen Luftfahrt”, das die unvereinbaren und widersprüchlichen regulatorischen Ansätze auf beiden Seiten des Atlantiks aufhebe.
Auch die Kommission zeigt sich optimistisch, dass Open Skies Arbeitsplätze schaffen wird und zu bedeutend niedrigeren Flugticketpreisen führen wird – trotz kürzlicher Preisanstiege aufgrund höherer Rohölpreise.
Während die verhandelnden Parteien noch die Einzelheiten dafür ausarbeiten müssen, welche Fluggesellschaften von dem Abkommen profitieren werden, wird laut Prognosen der Kommission erwartet, dass der Flugverkehr zwischen der EU und den USA von April bis Juni 2008 um acht Prozent steigen wird und 20% mehr Flüge in die USA von Heathrow aus starten werden.
Das Erreichen eines höheren Passagieraufkommens auf Flügen zwischen europäischen und amerikanischen Flughäfen ist nur der erste Schritt weitreichenderer Bemühungen, einen gemeinsamen transatlantischen Flug- und Cargomarkt zu schaffen. Eine zweite Verhandlungsrunde zwischen der EU und den USA sollen Mitte Mai 2008 aufgenommen werden. Es wird erwartet, dass die EU die USA drängen, weitere Schritte zur Öffnung ihres Binnenmarktes und zur Lockerung der Regelungen für Investitionen und Eigentumsrechte europäischer Unternehmen bis Mitte 2010 einzuleiten.
Die Optimierung der Sicherheitsüberprüfungen von Passagieren und die Förderung einer verbesserten regulativen Zusammenarbeit befinden sich ebenfalls auf der Agenda künftiger Verhandlungen.
Schengen für den Flugverkehr
Der innereuropäische Flugverkehr wurde am 30. März 2008 mit der Aufhebung der Kontrollen an den Luftgrenzen zwischen den Ländern, die im vergangenen Dezember dem erweiterten Schengen-Raum beigetreten waren, vereinfacht.
Die Maßnahmen gelten für Estland, die Tschechische Republik, Litauen, Ungarn, Lettland, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien.
Barrot bezeichnete den Schritt als einen einzigartigen und historischen Erfolg, der zeige, dass sich die EU der Erleichterung des legitimen Reisens innerhalb der EU und in die EU verpflichtet habe. Gleichzeitig wolle sie die Sicherheit der Außengrenzen der EU verbessern.

