Die Kommission wird darüber nachdenken, die Übernahme von EU-Unternehmen durch staatlich kontrollierte ausländische Investmentfonds künftig zu überprüfen. Die Institution äußerte ihre Sorge, dass Finanzierungen, die von Ländern wie China durchgeführt werden, auf der Grundlage politisch-strategischer Betrachtungen anstelle wirtschaftlicher Beweggründe getätigt würden.
Die Kommission wird im Herbst 2007 untersuchen, ob Übernahmen durch öffentlich kontrollierte ausländische Investment-Fonds den europäischen Kapitalmarkt bedrohen. Dies teilte ein Sprecher am 19. Juli 2007 mit.
Diese Ankündigung folgt der Feststellung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass ihre Regierung die Einrichtung eines Systems ähnlich dem US-System erwäge. In den USA kann ein Ausschuss über ausländische Investitionen dem US-Präsidenten empfehlen, ausländische direkte Investitionen zu blockieren, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit bewertet wurden.
Merkel, die in der Regel den freien Markt befürwortet, sagte, dass die finanziellen Auswirkungen staatlich finanzierter Fonds eine „bislang unbekannte Dimension“ erreicht hätten und einer Behandlung auf EU-Ebene bedürften.
Ein Sprecher der Kommission sagte, dass die EU noch über ihre Haltung zu dem deutschen Vorschlag entscheiden müsse, aber fügte hinzu, dass der Kommissar für den Binnenmarkt, Charlie McCreevy bereits untersuche, ob die EU ein Vorgehen entwickeln solle, um die Investitionen von Drittstaaten in EU-Unternehmen zu handhaben. Er sagte, dass jede Lösung auf dem EU-Vertrag basieren müsse.
Handelskommissar Peter Mandelson wies darauf hin, dass eine Lösung darin bestehe, den Regierungen der EU den Gebrauch „Goldener Aktien“ zu gestatten, um ausländische Regierungen davon abzuhalten, Kontrolle über Schlüsselindustrien zu erlangen.
Solche Aktien wurden in der Vergangenheit von EU-Regierungen verwendet, um sich kontrollierende Stimmrechte in Unternehmen, die privatisiert wurden, zu verleihen. Für das System warben auch Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy als ein Mittel, ihren Regierungen ein Mitspracherecht im europäischen Raumfahrts- und Verteidigungsriesen EADS zu sichern, nachdem die Unternehmensführung eine Umstrukturierung erfahren hatte (EURACTIV vom 17. Juli 2007). Traditionell ist Brüssel jedoch gegen diese Form der staatlichen Intervention (EURACTIV vom 29. September 2006).

