Sowohl die US-Amerikaner als auch die Europäer sind sich darin einig, dass Barack Obama besser als sein Rivale John McCain geeignet wäre, um auf globale Kernfragen wie die Finanzkrise und die Kriege im Irak und in Afghanistan einzugehen, geht aus einer neuen Studie hervor, die vor den US-Präsidentschaftswahlen am 4. November 2008 durchgeführt wurde.
Mindestens zwei Drittel der Deutschen, Italiener, Spanier und Franzosen würden gerne den demokratischen Kandidaten als Sieger aus der Wahl hervorgehen sehen; in Frankreich unterstützen gar 78% den Demokraten, geht aus einer Umfrage von Harris Interactive hervor, die letzten Freitag (24. Oktober 2008) veröffentlicht wurde. In Großbritannien, das durch seine ‚besondere Beziehung’ eng mit den USA verbunden ist, ist der Obama-Enthusiasmus geringer. Nichtsdestotrotz wird er dort von viermal mehr Briten unterstützt als sein Gegenspieler (48% zu 11%).
Auf die Frage nach ihren Hauptgründen für die Unterstützung Obamas verwies eine überwältigende Mehrheit der Europäer und US-Amerikaner auf seine Fähigkeit, im Vergleich mit der derzeitigen Bush-Regierung einen politischen Wandel zu verkörpern.
Bei den Befürwortern McCains erklärten nur wenige ihre Unterstützung mit seiner Fähigkeit, etwas zu verändern; in den USA waren sogar nur 3% dieser Meinung. Die Ansicht, dass Veränderungen im Weißen Haus vonnöten seien, geht aus Erklärungen europäischer Politiker hervor. In einer Plenumsdebatte, die letzte Woche stattfand, bezeichneten sozialistische Europaabgeordnete George W. Bush als den „schlechtesten Präsidenten“ in der Geschichte der USA. Der Fraktionsvorsitzende Martin Schulz machte Bush für die derzeitige globale Finanzkrise verantwortlich.
Obama wird sowohl von den US-Amerikanern als auch von den Europäern als der bessere Kandidat angesehen, um mit der Finanzkrise und ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft umzugehen. Die Finanzkrise wird als wichtigstes Thema genannt, um das sich der neue US-Präsident kümmern solle, noch vor den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Doch die US-Amerikaner sind weitaus stärker über ihre eigene Wirtschaft besorgt (85%), während die Europäer sich mehr Sorgen über die globale Situation machen.
Bei früheren Umfragen, die von TNS Opinion durchgeführt wurden, betrachteten die Europäer Obama außerdem als den einzigen Kandidaten , der die angespannten Beziehungen zwischen EU und USA verbessern könnte (EURACTIV vom 10. September 2009).
In Bezug auf den Klimawandel gehen die Meinungen der US-Amerikaner und der Europäer allerdings auseinander. Während mehr als 40% der Europäer den Klimawandel als eine der wichtigsten Prioritäten ansehen, nennt nicht einmal ein Fünftel (18%) der US-Amerikaner den Klimawandel als Hauptthema, wie aus einer Umfrage hervorgeht, die online vom 1. bis 13. Oktober 2008 unter 6. 276 Befragten im Alter von 16 bis 64 durchgeführt wurde.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Obama Präsident wird, ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Umfragen zeigen, dass der Demokrat mit 6-12% vorne liegt und es wird sogar die Möglichkeit angedeutet, dass Obama am 4. November 2008 einen erdrutschartigen Sieg davon tragen könnte. Zuvor war das Rennen um die Präsidentschaft eher knapp ausgefallen.
Aktuellen Umfragen zufolge ist es wahrscheinlich, dass die Demokraten die Führung im Senat wieder übernehmen werden und sich sogar eine Zweidrittelmehrheit werden sichern können. Gleichzeitig könnten sie ihre Stellung im House of Representatives, dem Unterhaus im US-amerikanischen Kongress stärken. Bei einer Zweidrittelmehrheit könnte die Opposition Vorschläge des Präsidenten nicht mehr blockieren.

