Merkel hofft auf enge Zusammenarbeit mit Macron

Bundeskanzlerin Angela Merkel. [EPA/CLEMENS BILAN]

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Wahlsieg von Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit geäußert.

„Wir stehen heute, Deutschland und Frankreich, vor gemeinsamen Herausforderungen“, sagte Merkel am Montag in Berlin. Es gehe darum, „unsere Länder und die Europäische Union in eine
sichere und erfolgreiche Zukunft zu führen“.

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Am Sonntagabend ging mancherorts in Europa ein tiefes Seufzen der Erleichterung um. Am lautesten mag es in Deutschland gewesen sein.

Deutschland und Frankreich seien seit Jahrzehnten eng verbunden und stimmten sich eng ab. „Deutschland und Frankreich gehen, wo immer das möglich ist, diese Schritte auch gemeinsam zum Wohle unserer beiden Länder, aber auch zum Wohle Europas“, fügte die Kanzlerin hinzu. „Und das ist genau der Geist, den ich mir erhoffe und den ich glaube, den es auch geben wird.“

Der 39-jährige Pro-Europäer Macron hatte bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag einen klaren Sieg gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen erzielt. „Ich habe mich über den großartigen Wahlerfolg von Emmanuel Macron sehr gefreut“, sagte Merkel. „Emmanuel Macron trägt die Hoffnung von Millionen von Franzosen, auch von vielen Menschen in Deutschland und in ganz Europa.“

Marine Le Pen: Geschlagen, aber längst nicht am Ende

Die Front-National-Chefin Marine Le Pen bleibt hinter ihren eigenen Erwartungen zurück – dennoch strebt sie weiterhin den Einzug in den Elysée-Palast an.

Merkel mahnte, dass Frankreich in den kommenden Jahren Ergebnisse erzielen müsse. „Es wird zum Schluss nach der Legislaturperiode gefragt werden, wie sieht es aus mit der Arbeitslosigkeit, wie sieht es aus mit der Wirtschaftskraft“, sagte Merkel. Als weitere Themen nannte sie die Vergleichbarkeit der Lebensverhältnisse in den Städten und auf dem Land sowie
die Integration.

„Da sind wir immer hilfreich“, bot die Kanzlerin Macron Unterstützung an. „Aber deutsche Unterstützung kann französische Politik natürlich auch nicht ersetzen.“ Macron werde „recht bald“ nach Deutschland kommen, um das gemeinsame Vorgehen zu beraten.