Die EU könnte durchatmen: die Wahltagsbefragung der polnischen Parlamentswahlen vom 21. Oktober 2007 hat das Ende der zweijährigen Regierungszeit des Premierministers Jaroslaw Kaczynski angedeutet. Diese war fortwährend von Auseinandersetzungen mit anderen EU-Mitgliedstaaten gekennzeichnet.
Mit einer Wahlbeteiligung von über 55% haben die Polen während ihrer Parlamentswahlen am 21. Oktober abgestimmt – eine Zahl, die in dieser Höhe sei dem Ende des Kommunismus 1989 nicht mehr erreicht worden war.
Mehr als 40% der Wähler stimmten für die marktorientierte, liberal-konservative Partei Bürgerplattform (PO). Deren Vorsitzender, Donald Tusk, der wahrscheinlich der nächste polnische Premierminister werden wird, hat versprochen, eine gemäßigtere Außenpolitik zu betreiben, um die zunehmende Marginalisierung Polens abzuwenden.
Tusk hat weiterhin während seiner Kampagne zugesichert, Reformen durchzuführen, die den Unternehmen zu Gute kommen, wie beispielsweise die Privatisierung von Polens restlichen staatlichen Unternehmen sowie den Abbau des hohen Verwaltungsaufwands. Die Bürgerplattform hat zudem angekündigt, sie wolle den Euro 2012/2013 einführen.
Kaczynskis Partei Recht und Gerechtigkeit hat die 30%-Marke knapp überschritten. Die Wahl war geprägt von akuten Generationsunterschieden: Die meisten jungen Polen, von denen viele nur wenige oder gar keine Erinnerungen an die kommunistische Zeit haben, haben die der eher marktorientierten Bürgerplattform ihre Stimmen geschenkt. Demgegenüber haben viele der älteren Wähler ihre Stimmer entweder für die Partei Recht und Gerechtigkeit oder die Bauernpartei abgegeben. Letztere hat laut der letzten Hochrechnungen 10% der Stimmen enthalten.
Die offizielle Auszählung der Stimmen wird am 22. oder 23. Oktober veröffentlicht werden.

