Wahlen in Bulgarien: Verluste für Ex-Regierung, Zuwachs für Protestparteien

In Bulgarien kommt es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Bild: Die Parteichefs Slawi Trifonow (Es gibt ein solches Volk), Bojko Borissow (GERB) Kornelia Ninowa (BSP), Hristo Iwanow (Demokratisches Bulgarien), Mustafa Karadaja (DPS) und Maja Manolowa (Richte Dich auf! Mafia raus!). [Dnevnik]

Die konservative Partei GERB des Ex-Ministerpräsidenten Bojko Borissow hat bei den Neuwahlen am Sonntag weitere Stimmverluste einstecken müssen. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren erhält sie laut ersten Hochrechnungen wohl weniger als ein Viertel der abgegebenen Stimmen.

In einem Kopf-an-Kopf-Rennen scheint inzwischen die Protestpartei „Es gibt ein solches Volk“ (ITN) des Entertainers Slawi Trifonow vor der GERB zu liegen.

Die sozialdemokratische BSP und die Mitte-Rechts-Koalition „Demokratisches Bulgarien“ liegen mit rund 14 Prozent auf Platz drei und vier praktisch gleichauf, gefolgt von der türkisch geprägten Minderheitenpartei DPS, die 11,7 Prozent erzielt, und der kleineren Anti-Korruptions-Koalition „Richte Dich auf! Mafia raus!“ mit 5,5 Prozent.

Gemeinsam würden die drei im vergangenen Sommer gegründeten Protestparteien ITN, Demokratisches Bulgarien und „Richte Dich auf“ allerdings ebenfalls nicht auf die nötigen 121 Parlamentssitze für eine Regierungsmehrheit kommen.

Nationalistische Parteien und Wahlbündnisse würden nach aktuellem Stand allesamt an der Vierprozenthürde scheitern und nicht ins neue bulgarische Parlament einziehen.

Derweil ist die Wahlbeteiligung erneut gesunken: Nur 38,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Sonntag tatsächlich ihre Stimme ab. Bei den vorherigen Wahlen im April waren es noch 50,6 Prozent gewesen.

Wer ist Bulgariens neuer Starpolitiker Slawi Trifonow?

Die große Überraschung der bulgarischen Parlamentswahlen am 4. April war das Abschneiden der Partei des Entertainers Slawi Trifonow: Sie erhielt 17,66 Prozent der Stimmen und wird wahrscheinlich die künftige Regierung bilden. Wer ist Stanislaw „Slawi“ Trifonow?

Regierungsbildung endgültig gescheitert: Neuwahlen in Bulgarien

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