SPD auf Stimmenfang von links und rechts

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil (l.) und Parteichef Norbert Walter-Borjans (r). [Hayoung Jeon/ epa]

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil will im Bundestagswahlkampf 2021 gezielt um diejenigen Wähler kämpfen, die in der Vergangenheit wegen Angela Merkel CDU oder CSU gewählt haben.

„Diejenigen, die die Union nur wegen Frau Merkel gewählt haben, werden sie nicht wegen Söder, Laschet oder Merz wählen. Insofern, ja, es wird auch einen Wettkampf um die Merkel-Wähler geben“, sagte Klingbeil der „Welt“ (Mittwochausgabe).

Seine Partei mache den Bürgern dafür mit dem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz ein „klares Angebot“, mit dem sie unter Beweis stelle, dass es ihr nicht „um unsere Gefühlswelt“ gehe, sondern darum „wer der beste Kandidat für die Zukunft unseres Landes ist“. Klingbeil verteidigte die Entscheidung der beiden Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, die Spitzenkandidatur ohne Basisvotum zu vergeben.

Olaf Scholz wird SPD-Kanzlerkandidat

Lange zierte er sich, jetzt steht er dazu: Finanzminister Olaf Scholz wird der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2021. 

Jetzt haben die beiden Vorsitzenden, die von der Basis dazu beauftragt wurden, einen Vorschlag gemacht.“ Die Nominierung von Scholz solle aber im März auch noch von einem Parteitag bestätigt werden. Klingbeil betonte, dass der Parteitag der Linkspartei Ende des Jahres mit Blick auf mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl unter besonderer Beobachtung der Sozialdemokraten stehe.

In der Linkspartei gebe es Kräfte, die die Europäische Union, die transatlantische Kooperation und die NATO ablehnten. „Eine solche Politik wäre mit der SPD auf der Bundesbene nicht machbar.“ Einen Lieblingsgegenkandidaten für Scholz gibt es nach Angaben Klingbeils bei der SPD nicht. Markus Söder sei der Partei als Unionskanzlerkandidat ebenso willkommen wie Friedrich Merz oder Armin Laschet.

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