Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Samstag eine umfassende Umbildung seines Kabinetts bekanntgegeben. Unter anderem werden die wichtigen Posten an den Spitzen der Außen- und Justizministerien neu besetzt. Insgesamt wird Sánchez‘ neues Team jünger und weiblicher. EURACTIVs Medienpartner EFE berichtet.
„Die neue Regierung beinhaltet zunächst einen Generationswechsel: das Durchschnittsalter der vorherigen Exekutive lag bei 55 Jahren; in der neuen Regierung wird es bei 50 Jahren liegen,“ sagte Sánchez in einer Fernsehansprache am Samstagabend.
Das neue Regierungsteam seiner sozialdemokratischen PSOE und des linken Juniorpartners Unidas Podemos werde außerdem mehr Frauen an den Spitzen der Ministerien beinhalten: „Vorher lag der Anteil bei 54 Prozent, jetzt sind es 63 Prozent – womit unser Land einmal mehr eine Vorbildfunktion in Sachen Gleichstellung einnimmt,“ so der Premier weiter.
Sánchez kündigte an, der Fokus seiner neuen Regierung werde auf der Bewältigung der „wirtschaftlichen Herausforderungen, die die COVID-19-Pandemie mit sich bringt“, liegen.
Im Rahmen des Umbaus beerbt Spaniens ehemaliger Botschafter in Frankreich, Manuel Albares, die bisherige Außenministerin Arancha González Laya. Juan Carlos Campo wurde derweil zu Gunsten von Pilar Llop aus dem Justizministerium entlassen.
Nadia Calviño, die ihren Posten als Ministerin für Wirtschaft und digitale Transformation behält, übernimmt außerdem die Nachfolge von Carmen Calvo als erste stellvertretende Ministerpräsidentin.
Yolanda Díaz, die Vorsitzende von Unidas Podemos, wurde zur zweiten stellvertretenden Ministerpräsidentin befördert und ersetzt damit den vormaligen Parteichef Pablo Iglesias, der sich nach den verlorenen Kommunalwahlen in Madrid dieses Jahr aus der aktiven Politik zurückgezogen hatte.
Es war die erste große Kabinettsumbildung von Sánchez seit dem Start seiner zweiten Regierung im vergangenen Jahr sowie die erste Veränderung seit dem Abgang von Iglesias und Salvador Illa als Gesundheitsminister.
Regierungsquellen teilten mit, die Umbildung ziele vor allem darauf ab, die Exekutive vor der nächsten Parlamentssitzung politisch zu stärken. Der Hintergrund: Kurz zuvor hatte Sánchez neun katalanische Politiker und Aktivisten begnadigt, die wegen ihrer Beteiligung an dem illegalen Referendum und der anschließenden Unabhängigkeitserklärung Kataloniens im Jahr 2017 inhaftiert waren.
[Bearbeitet von Daniel Eck und Tim Steins]





