Der Machtwechsel in den USA: „Das ist nicht meine Vorstellung von Amerika“

US-Wahl, Donald Trump, USA

Noch nie waren die Reaktionen auf einen gewählten US-Präsidenten heftiger und die internationalen Spannungen, die dieser bereits vor seinem Amtsantritt auslöst, bedrohlicher. Wie soll Europa, das sich auf einen harten Brexit einstellen muss, damit umgehen? [Foto: Andrew Cline / Shutterstock]

Die für heute geplante Vereidigung von Donald Trump als 45. US-Präsident stößt weltweit auf großes Echo. Viele Politiker haben ihre Haltung bereits deutlich gemacht, in New York demonstrierten Tausende gegen das neue Staatsoberhaupt. Verfolgen Sie hier den Tag der Amtseinführung.

+++ Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert +++

14:05 Uhr

12:40 Uhr

Am gestrigen Abend haben sich mehrere Präsidentschaftsanwärter der französischen Linken in einer Fernsehdebatte für einen Protektionismus á la Trump ausgesprochen. Ex-Premierminister Manuel Valls sagte, es müsse Strafzölle auf Importgüter geben, die nicht die sozialen und Umwelt-Standards der EU erfüllten. Valls ist einer der Favoriten für die erste Vorwahlrunde der regierenden Sozialisten am Sonntag. Laut Umfragen kann auch der frühere Bildungsminister Benoît Hamon auf einen Sieg bei der Vorwahl hoffen. Dieser verwies auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, der harte Maßnahmen zum Schutz der heimischen Industrie angekündigt hatte. Auch in Europa müsse es „Schleusen an den Grenzen der Europäischen Union geben, um den Marktzugang zu regeln“, sagte Hamon.

12:25 Uhr

In Washington wird die Bühne bereitet:

11:50 Uhr

Demonstranten protestieren mit einem großen Spruchbanner und Nebelkerzen auf der Vauxhall-Brücke in London gegen Trump.

11:30 Uhr

Die Präsidentschaft von Trump birgt nach den Worten des britischen Finanzministers Philip Hammond mehr Unsicherheit für die Europäische Union als der Brexit. „Der Brexit hat Unsicherheit gebracht. Ich denke, der Wechsel der Regierung in den USA hat eine noch größere Unsicherheit eingeleitet“, sagt Hammond in Davos.

10:45 Uhr

Obama verabschiedet sich von Merkel

Der heute aus dem Amt scheidende US-Präsident Barack Obama hat sich in einem Telefongespräch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Zusammenarbeit bedankt.

10:00 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat unterdessen Trumps Kritik am Automarkt gekontert. „Wenn Trump den Amerikanern wirklich vorschreiben will, welche Automarken sie kaufen sollen, wünsche ich ihm viel Glück“, sagt er im Interview mit dem Spiegel. „Das ist nicht meine Vorstellung von Amerika. Ich glaube auch nicht, dass es seine ist.“ Trump hatte in einem Interview mit der Bild-Zeitung kritisiert, dass in den USA mehr Autos von Mercedes gekauft werden als in Deutschland Chevrolets.

08:30 Uhr

Wenige Stunden vor Trumps Amtseinführung steigt auch die Nervosität an den Aktienmärkten. Der Dax fiel zur Eröffnung am Freitag um 0,2 Prozent auf 11.570 Punkte. Der Immobilienunternehmer wird vor dem Capitol in Washington seine erste Rede als US-Präsident halten und Anleger warten gespannt darauf, ob er Details zu seinen im Wahlkampf angekündigten Plänen für Steuersenkungen, Deregulierung, Handelsbeschränkungen und Infrastrukturprogrammen nennen wird. „Diese Wahlkampfversprechen hatten die Kurse in New York und an den weltweiten Aktienmärkten beflügelt. Nun sollte Trump die hoch gesteckten Erwartungen nach Möglichkeit auch erfüllen“, sagte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets.

+++ 19.01.2017 +++

Nach einem außergewöhnlichen Wahlkampf wird Donald Trump am Freitag als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Zeremonie zur Amtseinführung von ihm und seinem Stellvertreters Mike Pence soll am Mittag (17.30 Uhr MEZ) vor dem Capitol in Washington beginnen. Bereits am Vortag hatten in New York mehrere tausend Menschen gegen den Republikaner demonstriert. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelte sich die Menge gestern am Columbus Circle und auf der Straße Central Park West am Central Park. Dort befindet sich der Trump Tower des Immobilienmilliardärs.

Unter den Teilnehmern an der Demonstration waren auch New Yorks Bürgermeister de Blasio, die Schauspieler Robert de Niro und Alec Baldwin, die Popsängerin Chef und der Regisseur Michael Moore. Auf Transparenten war zu lesen „Trump täglich bekämpfen“, „Gerechtigkeit und Bürgerrechte für alle“ oder „Liebe triumphiert über Hass“.

 

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