Rechtsextreme Pranger-Website in Belgien

Filip Dewinter, Chef der flämischen Nationalisten-Partei Vlaams Belang, hier bei einer Veranstaltung gegen den Bau einer Moschee in Lier, will illegal in Belgien lebende Migranten auf seiner Pranger-Website denunzieren lassen. Foto: dpa

Die flämisch-nationalistische Partei Vlaams Belang hat eine Website zur Denunzierung von illegal in Belgien lebenden Migranten freigeschaltet. Die belgische Pranger-Website ist inspiriert von Geert Wilders niederländischer „Meldestelle“.

Die "Meldestelle" der nationalistischen flämischen Partei Vlaams Belang ist seit Dienstag (10. April) online. Auf der Internetseite werden anonyme Hinweise über Asylmissbrauch, Schwarzarbeit und andere Vergehen illegal in Belgien lebender Ausländer gesammelt. Die Daten werden an die Polizei weitergegeben, kündigte Vlaams Belang Parteichef Filip Dewinter an. Er begründete die Denunzierungsinitiative mit den Problemen, die von den "zehntausenden illegalen Immigranten" ausgingen, die in Belgiens Städten lebten.

Vlaams Belang ist die Nachfolgepartei von Vlaams Blok. Die Partei änderte 2004 ihren Namen, nachdem sie wegen Rassismusvorwürfen verurteilt wurde. Vlaams Belang hat 12 Sitze im belgischen Parlament und stellt zudem 5 Senatoren.

Niederländisches Pranger-Vorbild

Die flämischen Nationalisten haben sich offenbar von der niederländischen Freiheitspartei PVV von Geert Wilders inspirieren lassen. Die nationalistische Partei hatte im Februar die Pranger-Website "Melde Ost- und Mitteleuropäer" eingerichtet (EURACTIV.de vom 14. Februar 2012). Dort sollen die Menschen ihren "Ärger" über Migranten aus diesen Ländern dokumentieren.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der für seine Regierungsmehrheit auf die 23 PVV-Abgeordneten angewiesen ist, hat sich trotz internationalen Drucks bisher nicht von der Pranger-Website der PVV distanziert.

EURACTIV.com

Links

EURACTIV Brüssel: Belgian far-right emulates the Dutch xenophobic website (10. April 2012)

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

EU kritisiert Webseite für Beschwerden über Osteuropäer (14. Februar 2012)

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