Marine Le Pen und Frankreichs Bankenkrise

Marine Le Pen [Foto: EPA/JULIEN DE ROSA]

Die rechtsextreme Präsidentschaftsbewerberin Marine Le Pen will beruhigen: Sie gehe nicht davon aus, dass Frankreich im Falle ihres Wahlsiegs in eine Bankenkrise schlittert.

Wenn sie die von ihr angestrebten Gespräche zum Austritt aus der Europäischen Union einleite, werde es keinen Ansturm auf die Banken geben, sagte sie am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Davon bin ich absolut überzeugt“, erklärte Le Pen, die in der Stichwahl am Sonntag gegen den linksliberalen Emmanuel Macron antritt. Der frühere Wirtschaftsminister gilt den Umfragen zufolge allerdings als klarer Favorit.

Sollten die Sparer wider Erwarten doch die Schalter stürmen, um ihre Bankeneinlagen abzuheben, werde sie Kapitalkontrollen erwägen, ergänzte die Kandidatin des Front National. „Wir könnten uns eine solche Lösung gut für ein paar Tage vorstellen, aber ich sage Ihnen, es wird nicht passieren.“

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Auf die Frage, was sie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem ersten Treffen sagen werde, erklärte Le Pen: „Frankreich wird sich von jetzt an für die Interessen Frankreichs einsetzen.“ In einer TV-Debatte hatte sie bereits gesagt, sie wolle bei einem Einzug in den Elysee-Palast nicht „Vizekanzlerin von Angela Merkel“ werden und ihr Land nicht zu einer „Region in der EU“ absteigen sehen.

Le Pen bekräftigte ihr Wahlkampfversprechen, Frankreich möglichst binnen zwei Jahren aus der Euro-Zone zu führen. Ziel müsse sein, von der Einheitswährung Euro wieder zum früheren Verrechnungssystem nationaler Währungen (ECU) zurückzukehren.

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Der Euro laste schwer auf der französischen Wirtschaft, sagte Le Pen. Eine nationale Währung würde die Ersparnisse der Franzosen besser schützen. Sie werde unmittelbar nach ihrer Wahl die Gespräche zur Reform der EU einleiten und Frankreichs nationale Souveränität wiederherstellen, versprach Le Pen. Dann werde sie den Franzosen in einem Referendum zur Wahl stellen, ob sie in der EU bleiben wollen.

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