Macron im Kopf-an-Kopf-Rennen mit der extremen Rechten

Derzeit ist vollkommen unklar, wer von den beiden bei den EU-Wahlen die Nase vorne haben wird: Präsident Emmanuel Macron und RN-Chefin Marine Le Pen. [EPA-EFE/IAN LANGSDON]

Im Vorfeld der EU-Wahlen im Mai 2019 liefert sich die Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, La République en March (LREM), nach den jüngsten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der rechtsextremen Rassemblement National, dem früheren Front National.

Laut der am Donnerstag (13. September) veröffentlichten Umfrage von Odoxa-Dentsu Consulting liegen die beiden Parteien bei 21,5 bzw. 21 Prozent der Stimmen. Die konservativen Republikaner von Laurent Wauquiez liegen mit 14 Prozent auf Platz drei, gefolgt von La France Insoumise. Jean-Luc Mélenchons Partei kommt auf 12,5 Prozent.

Auf lediglich 4,5 Prozent kommen derweil die vom früheren Präsidenten François Hollande geführten Sozialisten. Sie liegen damit noch hinter den grünen Europe Ecologie Les Verts, die es auf fünf Prozent bringen.

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In einer Ifop-Umfrage vom Mai lag Macrons LREM mit 27 Prozent noch weit vorne, während es die extreme Rechte auf lediglich 17 Prozent brachte. In dieser Umfrage war Macron sogar stärker als bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vom April 2017, die er mit 24 Prozent der Stimmen für sich entschied.

Früher in diesem Monat erreichten Macron´s persönliche Beliebtheitswerte bereits ein Rekordtief. Dem waren der Rücktritt von Umweltminister Nicloas Hulot und ein Sommerskandal rund um Macrons Bodyguard vorausgegangen. Nur 23 Prozent der Befragten bewerteten Macron positiv. Im August waren es immerhin noch 27 Prozent, wie eine YouGov-Befragung zeigte.

Bei den Parlaments- und den Regionalwahlen gelang es in Frankreich, die extreme Rechte klein zu halten – dank einem Wahlsystem bei dem in den einzelnen Wahlkreisen ein Mehrheitssystem mit zwei Runden zum tragen kommt.

Bei den Lokalwahlen 2015 lag der Front National in der ersten Runde zwar auf dem zweiten Platz. Letztlich reichte es aber nur für 62 Mandate in den Gemeinderäten – gegenüber mehr als 1.000 für das Mitte-Rechts-Lager. Bei den Parlamentswahlen 2017 konnten Vertreter der Partei von Marine Le Pen lediglich acht der 577 Mandate ergattern.

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In proportionalen Wahlsystemen, wie bei den EU-Wahlen, konnte Le Pen allerdings immer wieder ihre Stärke zeigen. 2014 schaffte sie in Frankreich den ersten Platz und konnte 24 Abgeordnete ins EU-Parlament entsenden. 2017 schaffte sie den Einzug in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen.

Macron versucht derweil, das politische System der EU zu erneuern, indem er bis Ende des Jahres eine neue progressive Allianz für die Wahlen 2019 schmiedet.

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