Macron: Ein gutes Wort für Merkels Flüchtlingspolitik

EU Europa Nachrichten Macron

Emmanuel Macron, französischer Präsidentschaftskandidat. [OFFICIAL LEWEB PHOTOS/Flickr]

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron verteidigt die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Sie habe den gemeinsamen Werten entsprechend gehandelt und so die „kollektive Würde“ Europas bewahrt.

Macron lobt nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche demonstrativ die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei eine „widerliche Vereinfachung“, wenn Merkel vorgeworfen werde, sie habe mit der Aufnahme von Flüchtlingen die eigene Hauptstadt und ganz Europa der Terrorgefahr ausgeliefert, sagte Macron der „Süddeutschen Zeitung“.

„Kanzlerin Merkel und die ganze deutsche Gesellschaft sind unseren gemeinsamen Werten gerecht geworden. Sie haben unsere kollektive Würde gerettet, indem sie notleidende Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und ausgebildet haben“, fügte der frühere Wirtschaftsminister hinzu.

Europas Fehler in der Flüchtlingskrise sei es gewesen, nicht sofort gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der Zuwanderung zu suchen, sagte Macron der „SZ“. Als Italien schon vor Jahren mit der Massenankunft von Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa konfrontiert gewesen sei, hätten Frankreich und Deutschland den Partner im Stich gelassen. Nötig sei nun eine gemeinsame Antwort. „Die Lösung besteht in verstärkter europäischer Zusammenarbeit und nicht in unwirksamer nationaler Abkapselung“, sagte Macron.

Wahlen in Frankreich: Kandidat Macron fordert "demokratische Revolution"

Emmanuel Macron hat offiziell bestätigt, dass er im kommenden April in den französischen Präsidentschaftswahlen antreten wird. Sein Wahlkampf soll sich um Europa drehen, das er in einer globalisierten Welt für Frankreichs einzige Chance hält. EURACTIV Frankreich berichtet.

Der 39-Jährige war Ende August nach zwei Jahren im Amt als Wirtschaftsminister zurückgetreten. Im November verkündete er seine Präsidentschaftskandidatur. Bereits im April hatte der frühere Investmentbanker seine eigene politische Bewegung „En marche!“ (in etwa: Vorwärts!) gegründet. Diese soll nach seinen Worten „weder links noch rechts“ sein und eine neue „Dynamik“ gegen Reform-„Blockaden“ in Frankreich schaffen.

Subscribe to our newsletters

Subscribe