Linkes Grönland

Am 6. April 2021 wurde auf Grönland gewählt. Siegerin wurde die linksgerichtete Partei IA. [EPA-EFE/EMIL HELMS]

Nach ihrem Wahlsieg in Grönland hat die linke Partei Inuit Ataqatigiit (IA) am Freitag bekannt gegeben, dass sie eine Regierungskoalition mit der Pro-Unabhängigkeitspartei Naleraq gebildet hat. Die IA hatte bei den Wahlen Anfang April 37 Prozent der Stimmen und zwölf Sitze im insgesamt 31-sitzigen Parlament errungen.

Das Wahlergebnis markiert eine historische Richtungsänderung für Grönland, das seit 1979 autonomer Teil Dänemarks ist und seitdem ununterbrochen von der sozialdemokratischen Partei Siumut regiert wurde.

Wie EURACTIV.com bereits am 7. April berichtete, war das Wahlergebnis gerade für große Bergbauunternehmen wie Greenland Minerals, das Verbindungen nach China hat, ein Grund zur Sorge. Die IA hatte sich als Juniorpartnerin in der vorherigen Regierung vehement gegen den Bau eines großen Bergbaukomplexes in Kvanefjeld – ein Standort, an dem sowohl Uran als auch Neodym gefördert werden soll – ausgesprochen. Dies führte letztendlich zum Koalitionsbruch und einer Neuwahl am 6. April.

Nach dem Wahlsieg hat die IA nun versprochen, das Bauprojekt zu streichen und erklärt, Grönland werde dem Pariser Klimaabkommen beitreten.

Sollte man ein derart großes Bergbauprojekt tatsächlich abblasen, müsste sich Grönland jedoch möglicherweise von Dänemark unabhängig erklären; es würden enorme wirtschaftliche Ressourcen und ausländische Investoren benötigt. Grönland ist weiterhin stark von Dänemark abhängig, das etwa 500 Millionen Euro pro Jahr auf die Insel schickt.

Grönland: Unabhängigkeitsstreben ohne wirtschaftliche Grundlage

Anlässlich der morgigen Parlamentswahlen in Grönland haben sich Tobias Etzold und Christian Opitz mit der Situation im Land, insbesondere den dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen befasst.

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