Le Pen und Petry: „Eine strategische Inszenierung“

Frauke Petry trifft sich in Koblenz mit der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen. [flickr.com/photos/95213174@N08/2…]

In Koblenz wollen die europäischen Rechtspopulisten Zusammenhalt demonstrieren. AfD-Chefin Frauke Petry hofft dabei, von den guten Umfragewerte von Marine Le Pen zu profitieren.

Bei ihrem ersten öffentlichen Treffen am Samstag wollen sich AfD-Chefin Frauke Petry und die Front National-Vorsitzende Marine Le Pen nach Ansicht einer Expertin als erfolgsversprechende und international vernetzte Politikerinnen inszenieren. Von dem gemeinsamen Auftritt beim Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz versprächen sich die beiden Politikerinnen einen Zugewinn an Prestige, sagte Claire Demesmay von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin der Nachrichtenagentur AFP.

„Das Treffen ist eine strategische Inszenierung“, sagte Demesmay. Es ziele darauf ab, die AfD und den Front National vor den Wahlen in Frankreich im Frühjahr und in Deutschland im Herbst zu stärken. „Für diese Parteien ist es ganz wichtig zu zeigen, dass sie internationale Partner haben“, unterstrich die Programmleiterin der DGAP für deutsch-französische Beziehungen.

„Auf der Seite der Gewinner“

Die Begegnung zwischen Petry und Le Pen sei auch ein „Gegentreffen“ zu dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem konservativen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon am Montag in Berlin. Merkel und Fillon haben laut Umfragen gute Chancen, die Wahlen zu gewinnen und künftig zusammenzuarbeiten. Das Treffen der beiden rechtsgerichteten Politikerinnen sei auch deshalb bemerkenswert, weil Petry bisher eine Zusammenarbeit mit dem Front National (FN) unter Verweis auf deren „sozialistisches“ Sozial- und Wirtschaftsprogramm abgelehnt habe, so Demesmay weiter. Davon habe die AfD-Chefin aber offenbar wegen der guten Umfragewerte für Le Pen Abstand genommen.

„Mit dem Treffen kann Petry zeigen, dass sie auf der Seite der Gewinner steht und Le Pens Erfolg auf sie abfärbt.“ Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des französischen Instituts Ipsos könnte Le Pen aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April als Siegerin hervorgehen. Auch die Europawahl 2014 hatte der FN in Frankreich gewonnen. Demesmay rechnet allerdings damit, dass Le Pen in der zweiten Wahlrunde gegen Fillon unterliegt.

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