Korruptionsindex: Griechenland auf dem letzten Platz in Europa

Edda Müller, Vorsitzende der Antikorruptionsorgansation Transparency International, Deutschland e.V. Foto: dpa

In keinem anderen Land Europas ist die Korruption so verbreitet wie in Griechenland. So lautet das Ergebnis einer Studie von Transparency International. Deutschland verharrt im Mittelfeld vergleichbarer Länder.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat am Mittwoch ihren Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) veröffentlicht. Für den CPI 2012 wurden 176 Länder nach der im öffentlichen Sektor – bei Beamten und Politikern – wahrgenommenen Korruption bewertet. Angeführt wird der CPI 2012 von Dänemark, Finnland und Neuseeland mit 90 von 100 Punkten. Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen.

Afghanistan, Nordkorea und Somalia bilden mit acht von 100 Punkten das Schlusslicht des Index. Diese Länder leiden Transparency zufolge vor allem unter schwach ausgeprägten Rechenschaftspflichten für Führungspositionen und ineffektiven Strukturen der öffentlichen Verwaltung.

Mit nur 36 von 100 möglichen Punkten bildet Griechenland das Schlusslicht in Europa. Deutschland kommt mit 79 Punkten auf Platz neun innerhalb Europas und weltweit auf Platz 13 (Vorjahr Platz 14). Es liegt damit vor den USA mit 73 und Frankreich mit 71 Punkten.  Im Umfeld vergleichbarer Länder liegt Deutschland weiter im Mittelfeld.

Transparency International forderte die europäischen Staaten auf, das Problem der Bestechlichkeit in der Verwaltung anzugehen, um die Finanzkrise zu lösen. Innerhalb Europas belegt Italien den drittletzten Platz mit 42 Punkten. Die ebenfalls krisengebeutelten Staaten Spanien und Portugal schaffen es ins Mittelfeld, gefolgt von der Gruppe der osteuropäischen Staaten.

Der Index ermittelt, wie korrupt die öffentliche Verwaltung in einem Land ist. Er gründet auf Studien und Einschätzungen renommierter unabhängiger Institute. Fallzahlen von Bestechlichkeit in öffentlichen Ämtern dagegen lassen nach Angaben von Transparency International keine eindeutige Bewertung zu. Die belegten lediglich, wie effektiv die Staatsanwaltschaft, die Gerichte oder die Medien eines bestimmten Landes bei der Aufdeckung von Korruption sind.

EURACTIV/rtr

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