Frankreich: Linkskandidat Mélenchon auf Platz drei

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Der linkspolitische Präsidentschaftsanwärter Jean-Luc Mélenchon genießt immer mehr Unterstützung in Frankreich. [Place Au Peuple/Flickr|]

Frankreichs wahlpolitische Achterbahnfahrt setzt sich fort. Jetzt überholt der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon erstmals in einer Umfrage den konservativen François Fillon.

Laut der am Montag in der Tageszeitung „Le Figaro“ veröffentlichten Umfrage von Kantar-Sofres-Onepoint käme der Linksparteigründer in der ersten Wahlrunde in zwei Wochen mit 18 Prozent auf den dritten Platz. Er läge damit einen Punkt vor dem wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre angeschlagenen Fillon.

Frankreich: Die Unentschlossenheit der Wähler

Ungewöhnlich viele Franzosen wissen einer Umfrage zufolge vor der Wahl noch nicht, für wen sie sich entscheiden wollen. Ziemlich sicher sind sich nur die Wähler einer Partei.

Im Vergleich zu einer Umfrage Mitte März legt Mélenchon ganze sechs Punkte zu. Auch in anderen Erhebungen hat der wortgewaltige Linksaußen, der ein 100 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm plant und die EU-Verträge neu verhandeln will, zuletzt kräftig aufgeholt. Er kommt inzwischen auf doppelt so viele Stimmen wie der sozialistische Kandidat Benoît Hamon.

In der am Montag veröffentlichten Umfrage liegen weiter der parteilose Mitte-Kandidat Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen vorne. Beide kämen demnach im ersten Wahlgang am 23. April auf jeweils 24 Prozent und würden es damit in die Stichwahl am 7. Mai schaffen. Dort wäre der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Macron klarer Favorit.

Wahl in Frankreich: Macron hat beste Chancen

In Frankreich wird einer Umfrage zufolge der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron die Präsidentenwahl klar gewinnen.

In Frankreich begann am Montag die offizielle Wahlkampfphase. Das bedeutet konkret, dass allen elf Kandidaten in Radio und Fernsehen gleich viel Redezeit zusteht. Faktisch läuft der Wahlkampf in Frankreich schon seit Wochen.

Ich bitte Sie nicht darum, mich zu mögen

„Wir können es hören. Wir können es fühlen. Ein Sieg ist in Reichweite“, sagte Melenchon am Sonntag auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Hafenstadt Marseille, zu der nach Angaben der Organisatoren 70.000 kamen. In der Hauptstadt Paris sprach Fillon den Veranstaltern zufolge vor gut 20.000 Anhängern. „Die vor uns liegenden Tage werden entscheidend sein“, sagte er. „Ich bitte Sie nicht darum, mich zu mögen. Ich bitte Sie, mich zu unterstützen, weil das das beste für Frankreich ist.“ Fillon galt einst als Favorit, ist nach Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Familienmitgliedern aber inzwischen deutlich zurückgefallen und wird es wohl nicht in die Stichwahl am 7. Mai schaffen. In der zweiten Runde wird derzeit Macron ein klarer Sieg über Le Pen vorhergesagt.

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