Frankreich: Front National könnte stärkste Kraft werden

Marine Le Pen unterstützt den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Foto: dpa

Aktuelle Umfragewerte prophezeien ein starkes Abschneiden der französischen Rechtsextremisten bei den Kommunalwahlen im März. Setzt sich der Trend fort, droht bei den Europawahlen im Mai ein böses Erwachen.

Würde heute in Frankreich gewählt, wäre der rechtsextreme Front National (FN) die stärkste Partei der Republik. Dies belegt eine Umfrage des Nouvel Observateur von Anfang Oktober. 24 Prozent der 1.893 befragten Wahlberechtigten würden demnach den FN wählen, das sind drei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage im Mai. Ex-Präsident Nicolas Sarkozys UMP konnte in der Umfrage ebenfalls um einen Prozentpunkt zulegen, mit 22 Prozent käme sie jedoch lediglich auf Platz zwei. Die Zustimmung für die Sozialisten des unbeliebten Staatspräsidenten François Hollande sinkt von 21 auf 19 Prozent.

Der FN ist schon lange ein Sammelbecken für Protestwähler. Mit ihren law-and-order-Forderungen und der harten Linie gegenüber illegalen Roma-Immigranten spricht Parteichefin Marine Le Pen jedoch in letzter Zeit immer mehr enttäuschte Wähler der beiden Volksparteien an. Auch profitiert ihre Partei stark von der Unpopularität der Regierung und den Grabenkämpfen innerhalb der UMP.

Erst vor wenigen Tagen erlitt die Linke in der südfranzösischen Provinz eine herbe Niederlage. Der FN-Aktivist Laurent Lopez errang beim ersten Wahlgang im 60 Kilometer östlich von Marseille gelegenen Landkreis Brignoles 40 Prozent aller Stimmen und liegt damit deutlich vor Mitte-Rechts.

Die nächste Prüfung sind die französischen Kommunalwahlen im März 2014. Schneidet der FN dort gut ab, ist er für die nur zwei Monate später stattfindenden Europawahlen bestens aufgestellt.

EURACTIV/rtr/pat

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EURACTIV Brüssel: French far-right leads in latest EU election poll (10. Oktober 2013)

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