Deutschland hat gewählt. Worauf es den deutschen Unternehmen bei der Wirtschaftspolitik in den nächsten vier Jahren ankommt, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer Umfrage ermittelt.
"Deutschland ist ein starker Standort – zum Leben, zum Arbeiten, zum Investieren", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Präsentation des Unternehmensbarometers "Für Arbeit, Investitionen, Wohlstand – Was die neue Bundesregierung jetzt tun muss" am Montag in Berlin. "Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir aus der wohltuenden German Lässigkeit nicht schnell in eine German Mittelmäßigkeit abrutschen."
"Wenn die Beschäftigung das achte Jahr hintereinander steigt, wenn ‚made in Germany‘ weltweit gefragt ist, dann ist das kein Selbstläufer", so der DIHK-Präsident. "Auch wir – und nicht nur unsere Nachbarn – müssen uns weiterhin anstrengen."
Der deutsche Wohlstand werde nicht mit höheren Steuerlasten und auch nicht mit teuren sozialpolitischen Wahlgeschenken gesichert. Schweitzer: "Wir brauchen vielmehr den wachsamen Blick für Chancen sowie die Offenheit für Neues. Genau das erwarten die Unternehmen auch von der künftigen Bundesregierung."
Das Ausscheiden der FDP hält Schweitzer indessen für kein gutes Zeichen. "In Deutschland benötigen wir eine liberale Partei im Parlament." Wen wünscht sich Schweitzer nun als neuen Wirtschaftsminister? "Eine gute Besetzung", so Schweitzer.
Zwei Drittel der Unternehmen sagen, der Euro ist gut, Europa ist gut. Dennoch müsse mehr erklärt werden, was in Brüssel passiert. Reine populistische Forderungen à la "Der Euro muss weg", würden den Menschen in diesem Land nicht weiter helfen.
Ein "Riesenthema" eines Wirtschaftsministers sei Europa, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK. "Wir plädieren aufgrund unserer Umfrage sehr dafür, dass Europa sich dem Thema Wettbewerbsfähigkeit widmet – und vielleicht mal ein bisschen weniger Ökodesign und sonstige Dinge. Wir können uns gut einen Wirtschaftminister vorstellen, der zugleich einen Arbeitsplatz in Brüssel bezieht und klar sagt: ‚Ich weiß, was da los ist.’"
Die Erhebung basiert auf mehr als 2.100 Antworten aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen.
dto

