Cottarelli sieht Chance für „normale Regierung“

Italiens designierter Regierungschef Carlo Cottarelli. [Alessandro di Meo/ epa]

Italiens designierter Chef einer Technokratenregierung, Carlo Cottarelli, sieht doch noch Chancen für eine von gewählten Politikern geführte ordentliche Koalitionsregierung.

Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am heutigen Mittwoch. Der frühere IWF-Ökonom hatte von Staatspräsident Sergio Mattarella den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten, nachdem anvisierte Regierung von Fünf-Sterne-Bewegung und Lega am Veto des Präsidenten gegen die Ministerliste gescheitert war. Mattarella argumentierte, dass ein eurokritischer Finanzminister dem Land großen Schaden zufügen würde.

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In Parteikreisen der Lega hieß es, die Partei werde sich in Ausnahmesituationen politischen Lösungen nicht verschließen. Die Lega dringe aber auf Neuwahlen so früh wie möglich. Parteichef Matteo Salvini betonte allerdings, er sei gegen den 29. Juli als Wahltermin, weil dies für viele Italiener „störend“ sei. Ende Juli sind in Italien Ferien. !Je früher wir wählen, desto besser, denn das ist der beste Weg, um aus diesem Sumpf und dieser Verwirrung herauszukommen“, sagte er.

In den jüngsten Wahlumfragen hatte die Lega deutlich zugelegt. Die gemeinsame Mehrheit mit der Fünf-Sterne-Bewegung dürfte im Falle von Neuwahlen größer werden. Gut möglich also, dass Mattarella sich verzockt hat und am Ende eine noch mächtigere, eurokritische Regierung steht.

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