CDU will Merkels Nachfolger auf Regionalkonferenzen vorstellen

Die CDU möchte ihre potentiellen, neuen Vorsitzenden auf acht Regionalveranstaltungen vorstellen. [Ronald Wittek/ epa]

Die CDU möchte die Parteibasis an der Besetzung des Spitzenpostens des Parteivorsitzenden mit einbeziehen. Dazu sollen sich die willigen Nachfolger Angela Merkels auf acht Regionalkonferenzen vorstellen.

CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler verkündete am Montag bei einer Pressekonferenz, dass die Veranstaltungen noch im November und vor dem Parteitag anfang Dezember stattfinden sollen. „Mit diesem Beschluss, Regionalkonferenzen durchzuführen, leisten wir einen Beitrag zu Transparenz und innerparteilicher Demokratie.“ sagte der Bundesgeschäftsführer. Er gehe von einem „beachtlichen Interesse“ in der Partei an den Veranstaltungen aus. 

Merkel betonte an den Koalitionspartner SPD gerichtet, dass ein Wechsel an der CDU-Spitze keine Auswirkungen für die Arbeit in der großen Koalition haben solle. Im Bundesvorstand sei ohne Widerspruch darüber gesprochen worden, dass sich die CDU weiterhin dem Koalitionsvertrag verpflichtet fühle, sagte die Kanzlerin. Das sein „eine Botschaft, die wichtig ist“.

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Bislang gibt es zwölf Bewerber, die Merkel als Parteivorsitzender nachfolgen wollen, darunter CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Auf den Regionalkonferenzen sollen aber nur offizielle Kandidaten sich der Basis vorstellen können. Ein Bewerber wird zum Kandidat, indem er von einer dazu berechtigten Parteigliederung schriftlich vorgeschlagen wird. Dazu berechtigt sind etwa der CDU-Bundesvorstand, die Landes-, Bezirks- und Kreisverbände oder die Bundesvereinigungen der CDU. Ob auf den geplanten Regionalkonferenzen also wirklich auch zwölf Kandidaten sprechen, ist unwahrscheinlich.

Nach einem Beschluss des CDU-Bundesvorstands vom Montag sollen alle Kandidaten auf den Konferenzen die gleiche Redezeit bekommen. Im Anschluss können die CDU-Mitglieder den Kandidaten Fragen stellen. Allerdings werden unter den bisherigen Bewerbern werden nur Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz eine realistische Chance eingeräumt, Merkel nach 18 Jahren im Amt der Parteichefin zu beerben.

Während Kramp-Karrenbauer als Vertraute Merkels gilt, hatte die Kanzlerin mit Merz früher Auseinandersetzungen. Merkel zeigte sich aber zuversichtlich, auch mit ihm in Falle seiner Wahl gut zusammenarbeiten zu können. „Mein Verhältnis zu Friedrich Merz war immer so, dass wir uns als zwei Politikbegeisterte ausgetauscht haben“, sagte Merkel. Sie hätten immer Lösungen gefunden – auch wenn sie nicht immer einer Meinung gewesen seien. Aber das sei selten so, insofern habe sie keinen Zweifel, mit Merz und allen anderen Kandidaten gut zusammenarbeiten zu können.

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