Wegen Pofalla: Brunnhuber verlängert als Bahn-Cheflobbyist

Bald von Rot auf Grün? Ronald Pofalla könnte bald Generalbevollmächtigter der Deutschen Bahn werden, bis er 2017 dem Vorstand angehört. Cheflobbyist Georg Brunnhuber wird trotz Überschreitens der Altersgrenze seinen Vertrag verlängern. Foto: dpa

Da Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla bei der Deutschen Bahn nicht sofort als Politik-Vorstand beginnen kann, verlängert der bisherige Cheflobbyist, der frühere CDU-Politiker Georg Brunnhuber seinen Vertrag. Dies erfuhr EURACTIV.de aus Kreisen der Deutschen Bahn. Pofalla dürfte so lang „Generalbevollmächtgter“ der Bahn werden, bis er 2017 seinen Vorstandsposten antreten kann.

Zur Person

" /Der frühere CDU-Politiker Georg Brunnhuber war knapp zwei Jahrzehnte lang Mitglied des Deutschen Bundestages (1990 bis 2009), danach Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bahn. Seit 2011 ist er Cheflobbyist. Er gilt als Vertrauter von Bahn-Chef Rüdiger Grube. Brunnhubers Vertrag dürfte nun abermals verlängert werden. 

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Der bisherige Sonderbeauftragte des Bahn-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube, Georg Brunnhuber, verlängert seinen Vertrag. Der ehemalige CDU-Politiker wird seinen Vertrag mindestens bis zum Ende dieses Jahres verlängern, möglicherweise sogar noch darüber hinaus. Die Entscheidung soll gestern Abend im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin gefallen sein. Dies erfuhr EURACTIV.de aus Kreisen der Deutschen Bahn.

Durch die Personalie Ronald Pofalla – der bisher Kanzleramtsminister wird nach öffenticher Kritik an dem Jobwechsel erst nach einer gewissen Karenzzeit ein Büro im Bahntower beziehen können – wird offenbar die Bahn-Regel durchbrochen, dass kein Mitarbeiter, egal auf welcher Ebene im Unternehmen, länger als bis zum 65. Lebensjahr arbeiten darf.

Brunnhuber – er feiert im Februar seinen 66. Geburtstag – wird mögicherweise sogar bis 67 als Cheflobbyist für die Deutsche Bahn AG arbeiten. Pofalla hätte ihn urspünglich ersetzen sollen, war nach Durchsickern der Nachricht vom Jobwechsel jedoch in öffentliche Kritik geraten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Pofalla zu einer längeren Übergangszeit geraten.

Nun soll Pofalla erst ab 2017 als Vorstandsmitglied tätig werden. 2016 würde demnach formal seine Bestellung erfolgen. Zuvor soll Pofalla, wie es heißt, zum "Generalbevollmächtgten" gemacht werden. Für diese Interimsstelle sei keine Zustimmung des Aufsichtsrates nötig.

Der für Pofalla vorgesehene Vorstandsposten sei keine zusätzlich geschaffene Stelle, heißt es bei der Bahn. Geplant sei, 2017 den Vorstand Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit (zur Zeit in Händen von Gerd Becht), mit Pofallas Aufgaben im Bereich Politik zusammenzulegen.


Ewald König

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