Deutsches Sonderprogramm für europäische Jugendliche

Die Arbeitsagentur wird ab Januar 2013 gezielt arbeitslose Jugendliche aus anderen EU-Ländern anwerben. Foto: dpa

Junge arbeitslose Fachkräfte und Ausbildungsinteressierte aus EU-Ländern werden ab 2013 unterstützt, wenn sie in Deutschland eine Berufsausbildung machen oder arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit hat dazu ein Sonderprogramm aufgelegt.

In Frankreich sind 26 Prozent der unter 25-Jährigen unter ohne Job, in Italien und Portugal 35 Prozent. In Griechenland und Spanien ist mehr als jeder zweite junge Erwachsene arbeitslos. In Deutschland haben dagegen nur acht Prozent der unter 25-Jährigen keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch (19. Dezember) ein Sonderprogramm für europäische Jugendliche, die einen  Ausbildungsplatz oder eine qualifizierte Stelle in Deutschland suchen, verabschiedet. Für das auf zwei Jahre ausgelegte Programm stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bis zu 40 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Das Sonderprogramm zur "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa (MobiPro-EU)" soll interessierten Jugendlichen aus anderen EU-Ländern eine berufliche Perspektive in Deutschland eröffnen, schreibt die Bundesregierung.

Das im Januar 2013 anlaufende Programm richte sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung oder eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpass- bzw. Mangelberuf aufnehmen. In besonders zu begründeten Ausnahmefällen, zum Beispiel in den Gesundheitsberufen, könnten Arbeitssuchende bis zum Alter von 40 Jahren gefördert werden. Die Mangelberufe ergeben sich aus der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.

Sprachkurse und Reisekostenzuschüsse

Wer sich im Heimatland über einen Sprachkurs auf seinen Job in Deutschland vorbereitet, bekommt dies finanziert. Auch wer in Deutschland nach der Einstellung noch weiter Deutsch lernen muss, wird gefördert.

Für eine Berufsausbildung in Deutschland müssen Interessenten zunächst ein Praktikum im Ausbildungsbetrieb durchlaufen. Für Praktika und Vorstellungsgespräche gibt es Reisekostenpauschalen für die An- und Abreise. Wenn der Lohn nicht ausreicht, erhalten die jungen Erwachsenen Hilfen für den Lebensunterhalt. Auch Lernförderung begleitend zur Ausbildung wird finanziert.

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ist für das Sonderprogramm zuständig. Sie prüft die Anträge, entscheidet über die Förderung, bewilligt die Geldleistungen und zahlt sie aus.

EURACTIV.de

Links

Bundesregierung: Berufsausbildung junger Europäer wird gefördert (19. Dezember 2012)

Arbeitsagentur:
Sonderprogramm für junge EU-Bürger (1. Oktober 2012)

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