Arbeitslosenzahlen – „Eine Tragödie für Europa“

EU-Arbeitskommissar László Andor fordert: "Die EU und die Mitgliedsstaaten müssen alle verfügbaren Mittel mobilisieren, um Jobs zu schaffen und zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum zurückkehren." Foto: EC

Die Rezession in der Euro-Zone hält die Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch. EU-Arbeitskommissar László Andor spricht von einer „Tragödie für Europa“, die zeige, wie ernst die Krise ist, in der sich einige Staaten der Euro-Zone befinden.

Von Januar auf Februar verloren weitere 33.000 Menschen ihren Job, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag (2. April) mitteilte. In den 17 Euro-Ländern sind damit 19 Millionen Männer und Frauen arbeitslos – knapp 1,8 Millionen mehr als im Februar 2012. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte bei 12,0 Prozent.

EU-Kommissar László Andor, zuständig für Beschäftigung und Soziales, erklärte: "Diese unakzeptabel hohen Arbeitslosenzahlen sind eine Tragödie für Europa und sie zeigen, wie ernst die Krise ist, in der sich einige Staaten der Euro-Zone befinden. Die EU und die Mitgliedsstaaten müssen alle verfügbaren Mittel mobilisieren, um Jobs zu schaffen und zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum zurückkehren. Besonders junge Menschen brauchen Unterstützung, um die richtigen Kenntnisse zu erwerben, damit sie Arbeit und freie Stellen finden. Daher muss die Jugendgarantie, auf die sich der Rat der EU-Minister für Bildung am 28. Februar geeinigt hat, so schnell wie möglich in Kraft treten."

Die Kluft im Währungsraum ist sehr groß: Österreich weist mit 4,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit aus, Griechenland mit 26,4 Prozent die höchste. Die Jugendarbeitslosigkeit kletterte binnen Jahresfrist insgesamt auf 23,9 von 22,3 Prozent, im Vergleich zum Januar fiel sie aber leicht um 0,1 Punkte.

Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Umfrage des Markit-Instituts unter rund 3.000 Industrie-Betrieben in der Euro-Zone wurden im März bereits den 14. Monat in Folge Stellen gestrichen. Besonders stark war der Abbau in Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Irland und Griechenland. In Deutschland und Österreich hingegen wurden unter dem Strich wieder Stellen geschaffen. Die EU-Kommission rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenquote auf 12,2 Prozent. Erst 2014 soll sie wieder sinken, wenn auch nur minimal auf 12,1 Prozent.

Grund dafür ist die schwere Wirtschaftskrise in der Währungsunion. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr mit einem Rückgang von 0,3 Prozent zum zweiten Mal in Folge sinken. Besonders düster sieht es in Griechenland, Spanien und Italien aus.

EURACTIV/rtr

Links

Eurostat: Arbeitslosenquote des Euroraums bei 12,0% (2. April 2013)

EURACTIV Brüssel: Commission: Soaring unemployment is ‘a tragedy for Europe’ (3. April 2013)

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