Schäuble vergleicht Putin mit Hitler

Foto: European University Institute (CC BY-SA 2.0)

Finanzminister Wolfgang Schäuble verschärft den Streit mit Russland in der Krim-Krise mit einem brisanten Vergleich: Die Methoden Wladimir Putins kenne man schon von Adolf Hitler.

Vor Schülern in Berlin verglich Finanzminister Wolfgang Schäuble am Montag Wladimir Putins Annexion der Krim mit dem Anschluss des Sudetenlandes durch Adolf Hitler. „Solche Methoden hat schon der Hitler im Sudetenland übernommen“, erklärte der Finanzminister. „Das kennen wir alle aus der Geschichte.“

Hitler hatte die Zerschlagung der Tschechoslowakei und die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich mit dem Schutz der dort lebenden drei Millionen Deutschen begründet.

Die Entwicklung auf der Krim, die nach einer vom Westen nicht anerkannten Volksabstimmung in die russische Föderation eingegliedert worden war, erklärte Schäuble den Schülern mit den Worten, irgendwann hätten sich die Demonstrationen gegen die Regierung in Kiew zugespitzt: „Und dann hat Putin gesagt, eigentlich wollte ich sowieso schon immer die Krim. Und jetzt ist die Gelegenheit günstig.“

Schäuble sagte, es sei nicht auszuschließen, dass es in nächster Zeit zu einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen zu Russland komme. Vor allem in den baltischen Staaten, die früher zur Sowjetunion gehörten, aber auch in Polen oder Ungarn, die dem Warschauer Pakt angehörten, sei die Angst groß. „Die haben alle ziemlich Schiss“, sagte Schäuble.

Der Bundesfinanzminister ist nicht der erste Politiker, der den Hitler-Vergleich zieht. Anfang März hatte Tschechiens Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg der Zeitung „Österreich“ gesagt: „Das, was jetzt auf der Krim passiert, ist eine Wiederholung der Geschichte. Putin agiert nach demselben Prinzip wie Adolf Hitler. Weil er auf der Krim einmarschieren wollte, brauchte er eine Ausrede, erklärte, dass seine Landsleute unterdrückt werden.“

Ebenfalls Anfang März hatte die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton denselben Vergleich angestellt. Bei einer Spendenveranstaltung in Kalifornien bezeichnete sie Putins Invasion auf der Krim „unter dem Vorwand, Russen zu schützen“ als „vertraute Taktik“ Hitlers in den 30er-Jahren.

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