Liegt Julia Timoschenko bald in der Charité?

Charité-Professor Lutz Harms bei einem seiner Besuche in Charkiv. Die Causa Timoschenko ist nach wie vor Reizthema für die EU. Foto: dpa

Im Fall Julia Timoschenko scheint ein Kompromiss bevorzustehen. In der Berliner Charité bereitet man offenbar schon ein eigenes Krankenzimmer für die ukrainische Oppositionspolitikerin vor.

Die Anzeichen mehren sich, dass der Fall Julia Timoschenko nicht die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens der EU mit der Ukraine gefährden soll. Der EU-Gipfel, der Ende November in der litauischen Hauptstadt Vilnius stattfinden soll, gilt als Prüfstein für Westorientierung der Ukraine. 

Nach einem Medienbericht rechnet die Charité in Berlin-Mitte bereits mit der bevorstehenden Überstellung der Patientin nach Deutschland. Die Ärzte sollen bereits ein Krakenzimmer für Timoschenko vorbereiten.

Einer der Charité-Ärzte, der Timoschenko schon mehrfach im ukrainischen Krankenhaus behandelt hat, in dem sie mit ihrem Bandscheibenvorfall als Häftling liegt, kann dies aber noch nicht bestätigen. Professor Lutz Harms sagte auf die Frage von EURACTIV.de, er uns seine Kollegen wüssten auch "nichts Genauers über die Entscheidungen in Kiew". Die Charité wisse momentan auch nur das, was in den Medien zu lesen sei.

Ende der Woche hatten die beiden Sondergesandten des Europaparlaments, der Ire Pat Cox und der polnische Ex-Präsident Aleksander Kwa?niewski, bei Staatspräsident Viktor Janukowitsch ein Gnadengesuch für die Oppositionsführerin eingereicht. Gleichzeitig übergaben sie dem Staatschef ein Schreiben Timoschenkos mit der Bitte um Ausreiseerlaubnis nach Deutschland für eine Operation.

Signalwirkung dürfte auch die unerwartete Absetzung des "Timoschenko-Jägers", des Staatsanwalts Renat Kusmin, haben, der mit anderen Aufgaben betraut wurde. Timoschenko selbst denkt aber nicht daran, im Ausland um politisches Asyl anzusuchen.


ekö

 

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