Janukowitsch fordert von Russland Militärschlag gegen Ukraine

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Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch fordert von Russland einen Militärschlag gegen sein Land.

In einem Brief an Staatschef Wladimir Putin hat Viktor Janukowitsch nach Angaben des russischen UN-Botschafters Vitali Tschurkin gebeten, Recht und Ordnung in der Ukraine wiederherzustellen. Das Land versinke in Chaos und Anarchie. Die Ukraine leide unter der Gewalt, die vom Westen ausgehe.

Tschurkin zitierte im UN-Sicherheitsrat aus dem übersetzten Brief und sprach hinterher mit Journalisten darüber. "Die Leute werden aus politischen und sprachlichen Gründen verfolgt", hieß es in dem Schreiben. In diesem Zusammenhang werde Putin aufgerufen, mit Hilfe der russischen Streitkräfte "das Gesetz, den Frieden, die Ordnung und Stabilität wiederherzustellen und die Bürger der Ukraine zu schützen". Tschurkin sagte, der Brief datiere vom 1. März.

Russland hatte in den vergangenen Tagen die Kontrolle über die ukrainische Halbinsel Krim übernommen. Die neue Regierung in Kiew, die dem nach Massenprotesten aus dem Amt gejagten Janukowitsch folgte, spricht von einer Invasion. Das russische Militär ist der ukrainischen Armee haushoch überlegen.

Putin hat Agenturberichten zufolge die in dieser Woche an Manövern unweit der Ukraine beteiligten Soldaten angewiesen, in ihre Stützpunkte zurückzukehren. Die Übungen seien erfolgreich gewesen, zitierten russische Agenturen einen Kreml-Sprecher am Dienstag. Die Manöver fanden im Westen Russlands statt in einem Gebiet, das an die Ukraine grenzt. Nach russischer Darstellung hatten sie nichts mit den Vorgängen in dem Nachbarland zu tun. In der Ukraine hatte sich die Lage nach dem dortigen politischen Umsturz zuletzt massiv zugespitzt. Befürchtet wurde ein militärisches Einschreiten Russlands.

US-Präsident Barack Obama sprach am Montagabend (Ortszeit) mehr als zwei Stunden mit seinen wichtigsten Ministern und Sicherheitsexperten, um Wege zu finden, Russland zu isolieren. Das sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Unter anderen wurden Gespräche gestoppt, die eigentlich zu engeren Handelsbeziehungen zwischen den USA und Russland führen sollten. Zudem wurden die militärischen Verbindungen ausgesetzt, etwa gemeinsame Übungen oder Konferenzen. "Wir rufen Russland auf, die Krise in der Ukraine zu deeskalieren", so ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Die russischen Streitkräfte auf der Krim müssten zu ihren Basis-Stationen zurückkehren.

Obama nannte das russische Vorgehen einen Verstoß internationaler Regeln und drohte mit Sanktionen. Putin müsse internationale Vermittler akzeptieren. US-Außenminister John Kerry werde sich am Dienstag in Kiew für eine Verständigung zwischen Russland und der Ukraine einsetzen. Er werde auch finanzielle Hilfen für die vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Ukraine anbieten.

EURACTIV/rtr

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EURACTIV Brüssel: Russia claims it ‘restores order’ in Ukraine at Yanukovich’s request (4. März 2014)

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