Hohe Wahlbeteiligung in der Ukraine

Der ukrainische Unternehmer Petro Poroschenko und seine Frau Marina bei der Stimmabgabe in Kiev. Er gilt als Favorit. Foto: dpa

In der Ukraine zeichnet sich bei der Präsidentenwahl eine hohe Beteiligung ab. In der Ost-Ukraine bleiben dagegen zahlreiche Wahllokale geschlossen.

Bei sonnigem Wetter strömten die Menschen am Sonntag in die Wahllokale. Im Osten des Landes waren jedoch nur enige Abstimmungslokale geöffnet. Insgesamt sind 36 Millionen Ukrainer aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen, der die Nachfolge des pro-russischen Staatsoberhaupts Viktor Janukowitsch antreten soll. Er war im Februar gestürzt worden. Als Favorit gilt der Süßwaren-Fabrikant Petro Poroschenko, einer der reichsten Männer der Ukraine. Auch die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko tritt an. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, findet am 15. Juni eine Stichwahl statt.

Der Westen hofft, dass die Abstimmung zu einer Stabilisierung in der Ukraine führen wird, wo es seit Monaten immer wieder zu Gewalt kommt. „Das sind extrem wichtige Wahlen. Wir müssen sicherstellen, dass die Ukraine wirklich ein unabhängiger Staat wird, ein mächtiger unabhängiger Staat, den niemand herumschubsen kann“, sagte Rentner Michailo Belyk bei seiner Stimmabgabe im Südosten der Hauptstadt Kiew. Geschäftsmann Viktor Sytschenko äußerte sich ähnlich: „Ich gehe für meine Kinder und ihre Zukunft zur Wahl. Ich hoffe, dass wir unsere schreckliche Vergangenheit hinter uns lassen können.“

Ein anderes Bild bot sich in der östlichen Donezk-Region. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, waren dort lediglich 20 Prozent der Wahllokale offen. In der gleichnamigen Stadt Donezk war eine Stimmabgabe gänzlich unmöglich, alle Wahllokale blieben geschlossen. In der Ostukraine haben pro-russische Separatisten zwei unabhängige Republiken ausgerufen. Die Aufständischen lehnen die Wahl ab. Nicht alle zeigten sich damit jedoch einverstanden. „Was sind das denn für Wahlen?“, kritisierte der 72-jährige Grigori Nikitajitsch in einem Vorort von Donezk. „Ich weiß noch nicht mal wo ich wählen kann. Keiner sagt was. Es ist schlecht.“ Auch andere beschwerten sich, dass sie von der Stimmabgabe abgehalten wurden.

Bis 20.00 Uhr (19.00 Uhr MESZ) haben die Wahllokale geöffnet. Die Abstimmung wird von mehr als 1.000 Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht. Nach Schließung der Wahllokale dürften erste Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Die endgültigen Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.