Demonstranten belagern Regierungssitz in Kiew

Demonstranten vor dem Sitz des Ministerpräsidenten und des Kabinetts in Kiew. Foto: dpa

In Kiew haben Demonstranten Regierungsbeamten den Zugang zu ihren Büros verwehrt. Am Sonntag waren rund 350.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Nach einem Streikaufruf der Opposition blockierten rund 1.000 Menschen das Hauptgebäude der Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch unter anderem mit Blumenkübeln und Mülltonnen.

Um ihrer Forderung nach einem Rücktritt des Präsidenten Nachdruck zu verleihen, hatte die Opposition im ganzen Land zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Weil er unter dem Druck Russlands einem über mehrere Jahre ausgehandelten EU-Assoziierungs- und Handelsabkommen die Unterschrift verweigerte, hat Janukowitsch den Zorn vieler Ukrainer auf sich gezogen.

Die Proteste am Sonntag waren die größten seit der Orangenen Revolution vor neun Jahren. Die Opposition forderte die Demonstranten zu friedlichen Kundgebungen auf, dennoch kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein. Auf Fernsehbildern waren zudem Sondereinsatzkräfte zu sehen, die mit Schlagstöcken prügelten und am Boden liegende Menschen mit Füßen traten.

Am Samstag hatte die Polizei ein Protestlager gewaltsam geräumt. An diesem Tag musste den Behörden in Kiew zufolge bei mehr als 100 Menschen Erste Hilfe geleistet werden. Die Polizei sprach von 100 verletzten Beamten an diesem Tag.

Ein Internet-Fernsehsender zählte am Sonntag 29 Journalisten, vor allem Kameramänner und Fotografen, die bei der Berichterstattung am Wochenende ins Visier von Polizisten geraten waren. Mindestens zwölf wurden von den Beamten verprügelt, darunter auch ein Reuters-Kameramann.

EURACTIV/rtr

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EURACTIV Brüssel: 350,000 Kiev citizens take to streets after Yanukovich’s EU U-turn (2. Dezember 2013)

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