Bundesregierung rügt Timoschenko wegen antirussischer Tirade

Julia Timoschenko. Foto: dpa

Die Bundesregierung hat die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko nach Berichten über Verbalattacken gegen die russische Minderheit im Land gerügt.

„Bei aller Opposition zum russischen Vorgehen auf der Krim und bei allen Meinungsverschiedenheiten auch ganz grundsätzlicher Art gibt es natürlich doch Grenzen in Sprache und Denken, die nicht überschritten werden dürfen“, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. „Gewaltbilder, Gewaltphantasien liegen weit jenseits dieser Grenzen“.

Mehrere Medien hatten zuvor über ein abgehörtes Telefongespräch Timoschenkos berichtet, in dem sie gefordert habe, die acht Millionen Russen in der Ukraine mit einer Atombombe auszulöschen. Außerdem soll sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin beschimpft und darüber phantasiert haben, ihn zu erschießen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter hat Timoschenko das Gespräch inzwischen bestätigt. Die Aussage über die russische Minderheit sei jedoch manipuliert worden, erklärte sie.

Die Bundesregierung setzt sich bei der neuen Regierung in Kiew seit Wochen dafür ein, dass sie den Osten des Landes mit seinen vielen russischstämmigen Bürgern nicht vernachlässigt oder schlechter behandelt. Dies hat Ministerpräsident Arseni Janzenjuk inzwischen auch in einer Rede zugesagt. „Gerade in der aktuellen Krise müssen sich alle Bevölkerungsteile, alle Regionen in der Arbeit dieser ukrainischen Regierung wiederfinden“, bekräftigte Seibert. Es gehe um die Stabilisierung der Ukraine und um Versöhnung. Dabei sei jegliche Eskalation zu vermeiden.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.