20.000 demonstrieren gegen Janukowitsch

Bei einer Kundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew versammelten sich am Sonntag etwa 20.000 Menschen. Foto: dpa

Die ukrainische Opposition hat am Sonntag erneut gegen Präsident Viktor Janukowitsch demonstriert. Bei einer Kundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt Kiew versammelten sich etwa 20.000 Menschen und forderten, die Befugnisse des Staatsoberhauptes zu beschneiden.

"Wir wollen ein System, in dem der Präsident dem Volk dient und nicht die Macht eines Diktators hat", sagte der frühere Wirtschaftsminister Arseni Jatsenjuk. Der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko warf Viktor Janukowitsch eine Verzögerungstaktik vor und forderte eine vorgezogene Präsidentenwahl.

Gegen Janukowitsch gibt es seit Wochen immer wieder Demonstrationen. Er hatte im November die Unterschrift unter ein Freihandelsabkommen mit der EU verweigert und will sein Land stattdessen enger an Russland binden, das wie die Ukraine bis 1991 Teil der Sowjetunion war.

Russland hat dem Nachbarland Finanzhilfen von 15 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Zahlungen sind aber gestoppt, weil die ukrainische Regierung auf Druck der Proteste Ende Januar zurücktrat. Weitere Beträge sollen erst überwiesen werden, wenn die Zusammensetzung der neuen Regierung feststeht.

Der russische Finanzminister Anton Siluanow erhöhte unterdessen den Druck und erinnerte die Regierung in Kiew an ausstehende Erdgasrechnungen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar. Russland werde seine Versprechen einhalten, aber ebenso müsse die Ukraine ihre Verpflichtungen erfüllen, sagte er am Samstag.

EURACTIV/rtr

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EURACTIV Brüssel: Mass rally marks Yanukovich’s return from Sochi (10. Februar 2014)

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