URBACT: Wie Europas Städte miteinander lernen

In Magdeburg fragte man sich, wie Wissenschafts- und Technologiestandorte in der Stadtmitte anzusiedeln sind - anstatt draußen auf der 'grünen Wiese'. Foto: ich-und-Du / pixelio.de.

Wie lassen sich die Verhältnisse in sozial benachteiligten Bezirken verbessern? Welches wirtschaftliche Potenzial bietet ein historischer Stadtkern? Im Rahmen des URBACT-Programms erarbeiten Europas Städte gemeinsame Konzepte für brennende Fragen. Die Initiative stellt sich auf EURACTIV.de vor.

Text: URBACT
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Europas Städte spielen für die Innovationskraft, das Wachstum und den sozialen Zusammenhalt des Kontinents eine Schlüsselrolle. Mit dem URBACT Territorial Cooperation Programm fördern die EU-Kommission, die 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und die Schweiz die nachhaltige integrierte Stadtentwicklung.

Als Erfahrungsaustausch- und Lernprogramm ermöglicht es URBACT den europäischen Städten, gemeinsam an den großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu arbeiten. URBACT hilft Städten, pragmatische Lösungen zu finden, die neu und nachhaltig sind, und zugleich wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte einbeziehen. Das Programm ermöglicht es den Städten, bewährte Praktiken und Erfahrungen mit bedeutenden Akteuren der Stadtentwicklung in ganz Europa auszutauschen, und sich an der Gestaltung der "Stadt der Zukunft" zu beteiligen. In den vergangenen drei Jahren hat URBACT 37 Projekte unterstützt, an denen 300 Städte und 5.000 aktive Teilnehmer mitwirkten.

URBACT wird gemeinsam von der Europäischen Union (dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung / EFRE), den Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und der Schweiz finanziert. Das Programm ist Teil der europäischen Politik des sozialen Zusammenhalts und der "Regions for Economic Change"-Initiative.

Die URBACT-Methode

Das Programm hat die sogenannte URBACT-Methode entwickelt, die auf die Exzellenz von Projekten setzt und auf Erfolge für die Partner vor Ort abzielt. Jedes URBACT-Projekt bringt 6 bis 12 Städte und unter Umständen weitere Partner zusammen, die zwei bis drei Jahre an Lösungen für eine bestimmtes Problem der Stadtentwicklungspolitik arbeiten. Jeder URBACT-Projektpartner verpflichtet sich auf die Entwicklung eines lokalen Aktionsplans. Der Plan wird gemeinsam mit Akteuren vor Ort erstellt, der sogenannten URBACT-Projekt Local Support Group, deren Erfahrungen einfließen. Dauerhafte Unterstützung erhalten die Projekte von engagierten Experten.

Am Ende des Erfahrungsaustauschs und des Lernprozesses müssen die URBACT-Projektteilnehmer die Lösungsanätze, die sich bewährt haben, veröffentlichen. Die Empfehlungen sollen den politischen Entscheidungsträgern und Praktikern helfen, die thematisierten Herausforderungen zu meistern.

Projektergebnisse in Regensburg, Berlin und Magdeburg

Auf der URBACT-Website www.urbact.eu können Interessierte die Fortschritte der laufenden URBACT-Projekte verfolgen. Zudem finden sich dort die Ergebnisse und Empfehlungen der bereits abgeschlossenen Projekte, und zwar unter anderem zu folgenden städtischen Herausforderungen: Innovation und Kreativität, Humankapital und Unternehmertum, aktive Inklusion, Metropolitan Governance, Erneuerung benachteiligter Stadtteile, kohlenstoffarme städtische Umwelt, kulturelles Erbe.

Beispielsweise hat die bayerische Stadt Regensburg mit dem URBACT-Projekt "HerO – Heritage as Oppurtunity" ("Kulturerbe als Chance") gezeigt, wie die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der historischen Stadtgebiete in Europa gestärkt werden kann. Das HerO-Projekt hat 18 Good-Practice-Beispiele aus den HerO-Partnerstädten zusammengestellt und politische Empfehlungen erarbeitet, die den HerO-Ansatz verdeutlichen, integrierte Managementplänen für das Kulturerbe zu entwickeln.

Das von Berlin geleitete CoNet-Projekt hat aktuelle Ansätze zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Stadtteilen untersucht. Als Antwort auf die wachsende soziale Segregation und Polarisierung, haben die CoNet-Partner gebietsbezogene und integrierte Konzepte für die lokale Entwicklung in Gemeinden und Nachbarschaften ausgetauscht, die dazu beitragen, die Bildung zu verbessern, und Wirtschaft und Beschäftigung zu stärken. Sieben Kernaufgaben wurden vom CoNet-Projekt identifiziert, die beim Umgang mit sozialen Brennpunkten von entscheidender Bedeutung sind.

Das Magdeburger Projekt REDIS hat untersucht, wie sich Wissenschafts- und Technologiestandorte im Stadtkern integrieren lassen, anstatt sie weiter außerhalb auf der "grünen Wiese" anzusiedeln. Die REDIS-Partner haben Erfahrungen und Empfehlungen zusammengestellt, wie Städte "Wissens-Hotspots" schaffen können, also eine Konzentration von wissensintensiven und kreativen Aktivitäten mitten in der Stadt.

Links

URBACT: Internetseite

EU-Kommission: "Regions for Economic Change"-Initiative"

EU: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung / EFRE

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