Stuttgart führt Städte-Ranking an

Die 56 gelben Schubkarren, die das Stuttgarter Kunstprojekt "Ehrenamt" bilden, und der erste Platz als nachhaltigste Stadt Deutschlands rücken den Wirbel um "Stuttgart 21" fast schon in Vergessenheit. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart.

Stuttgart ist Sieger im Gesamtranking bei Nachhaltigkeit; Gelsenkirchen das Schlusslicht. Die WirtschaftsWoche hat im Kooperation mit der Christian Albrecht Universität zu Kiel, dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (ifw), dem Beratungsunternehmen Kiel Economics und dem Umweltkonzern Veolia den WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator entwickelt.

Zwar bekräftigte die deutsche Regierung in ihrem Eckpunktepapier "Für ein nachhaltiges Europa", dass eine nachhaltige Entwicklung gemeinsamer Anstrengungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene bedürfe. Doch in der europäischen Finanz- und Schuldenkrise rückte vor allem die internationale Ebene in den Fokus.

Dabei wird häufig vernachlässigt, dass viele Entscheidungen für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene getroffen werden. Auf dieser Ebene kommt den Städten besondere Bedeutung zu, da bereits heute etwa 75 Prozent der deutschen Bevölkerung in Städten leben.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht seit 2006 alle zwei Jahre einen Indikatorbericht mit mittlerweile 38 Einzelindikatoren. Dieser Indikatorbericht liefert aber nur Informationen auf nationaler Ebene. Er lässt wenige Rückschlüsse auf die regionale oder städtische Entwicklung zu. Auch bietet er kaum verlässliche Indikatoren zur Messung der Nachhaltigkeit von Städten.

Nachhaltigkeit in sechs Kategorien

Diese Lücke will die vorliegende Studie füllen: Bei der erstmals durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchung wurden die 50 größten deutschen Städte anhand von 56 ökologischen und sozial-ökonomischen Einzelkriterien in sechs Kategorien geprüft.  

Die sechs bewerteten Nachhaltigkeitskategorien sind: Wie die Städte mit Umwelt und Energieressourcen (Energie und Verkehr) umgehen, wie nachhaltig die Wirtschaftskraft ist und wie nachhaltig Humankapital (Beschäftigungslage, Bildung und Kinderbetreuung) und Soziales (Demografie, Sicherheit, Gesundheit und Erholung) sind. Weitere Kategorien waren Umwelt und Transparenz.

Die Ergebnisse zur nachhaltigen Wohlfahrt sowie in der Transparenz- und Engagementkategorie wurden für diese fünfzig Städte zusammengefasst und bilden den WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator (WWSCI).

Saubere Luft, viele Erholungs- und Grünflächen, wenig Verkehr, gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, eine hohe Lebenserwartung: Der WWSCI zeigt auf, in welchen deutschen Städten das Thema Nachhaltigkeit besonders groß geschrieben wird. 

Stuttgart, Münster, Freiburg an der Spitze

Fazit des WWSCI: Sieger des Gesamtrankings ist Stuttgart. Die baden-württembergische Landeshauptstadt erzielt in allen Kategorien überdurchschnittlich gute oder sehr gute Werte. Vor allem in den Bereichen Soziales, Bildung und Wirtschaftsleistung kann Stuttgart punkten und somit leichte Schwächen in den Kategorien Umwelt (Platz 16) sowie Verkehr & Umwelt (Platz 13) kompensieren.

Den zweiten Platz im WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator belegt Münster. Die westfälische Stadt schneidet in allen untersuchten Nachhaltigkeitskategorien überdurchschnittlich gut ab. Neben Spitzenwerten bei Gesundheit, Gemeinwesen und Erholung, bietet sie ihren Bürgern eine besonders hohe nachhaltige Lebensqualität in den Bereichen Beschäftigung, Bildung und Kinderbetreuung (Kategorie Humankapital, Platz 3).

Ähnlich stark schneidet auch das drittplatzierte Freiburg ab. Die südlichste Großstadt Deutschlands erzielt Spitzenwerte in den Kategorien Energie & Verkehr, Umwelt und Humankapital. Weniger gut schnitten die Freiburger jedoch in den Kategorien Transparenz (Platz 22) und Wirtschaftskraft (Platz 30) ab, was sie letztlich den Sieg im Gesamtranking kostete.

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster bezeichnete es als sein persönliches Grundprinzip, nachhaltig zu denken und zu handeln. "Eine Volksweisheit besagt: ‚Eine Kultur blüht, wenn Menschen Bäume pflanzen, in deren Schatten sie niemals sitzen werden’. Dieses Handeln im Sinne der Generationengerechtigkeit ist Maßstab unserer politischen Arbeit, um der Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen gerecht zu werden."

Gelsenkirchen bildet das Schlusslicht

Die Schlusslichter unter den 50 untersuchten Städten bilden die NRW-Städte Herne (Rang 47), Krefeld (Rang 48), Oberhausen (Rang 49) und Gelsenkirchen (Rang 50). Sie können ihren Bürgern in keiner der untersuchten sechs Kategorien eine überdurchschnittlich gute nachhaltige Lebensqualität bieten.

"Der Verbrauch knapper werdender Ressourcen wie Öl, Gas und sauberes Wasser wächst vor allem in urbanen Zentren mit enormer Geschwindigkeit. Es wird daher für Städte jeder Größe zur Existenzfrage, nachhaltig zu wirtschaften", erläuterte WirtschaftsWoche-Ressortleiter Sebastian Matthes.

Hintergrund

Die WirtschaftsWoche ist ein konsequent marktwirtschaftlich orientiertes Wirtschaftsmagazin für Entscheider mit mehr als 100 Mitarbeitern. Ergänzt wird die Berichterstattung der WirtschaftsWoche durch die tagesaktuelle Online-Ausgabe wiwo.de.

Kontakt: pressestelle@vhb.de

Die Veolia Umweltservice GmbH, Hamburg, ist eines der führenden Entsorgungsunternehmen in Deutschland und weltweit führend im Bereich Papierrecycling. Das Unternehmen deckt alle Teilbereiche des Abfallmanagements (feste, flüssige, gewerbliche, gefährliche und ungefährliche Abfälle) bundesweit ab. Es vermarktet zudem neu entstehende Rohstoffe sowie sämtliche Dienstleistungen von Wertstoffrecycling und Entsorgungslogistik. Veolia Umweltservice erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Als hundertprozentige Tochter des französischen Mutterkonzerns Veolia Environnement ist Veolia Umweltservice Teil des Weltmarktführers für Umweltdienstleistungen, der 2011 mit mehr als 330.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 29,65 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

Kontakt: kommunikation@veolia-umweltservice.de

Link

Die komplette Studie zum WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator steht unter www.wiwo.de/gruenestadt zum Download bereit.

WirtschaftsWoche: Stuttgart ist die grünste Stadt Deutschlands 

Veolia Umweltservice: Preis für Deutschlands nachhaltigste Städte 

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