Feinstaub zählt zu den Schadstoffen, die für die menschliche Gesundheit am gefährlichsten sind, da er in empfindliche Teile der Atemwege eindringt. Der Europäischen Umweltagentur zufolge ist fast ein Drittel aller europäischen Großstädter übermäßigen Konzentrationen von Feinstaub ausgesetzt.
Fast ein Drittel aller europäischen Großstädter sind übermäßigen Konzentrationen von Feinstaub (PM) ausgesetzt. Dies geht aus einer am Montag (24. September) von der EU-Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EUA) vorgestellten Studie hervor.
Auch in Deutschland wurde an über 500 Messstationen im vergangenen Jahr eine Belastung registriert, die über den von der EU geforderten Grenzwerten lagen.
EU-Umweltkommissar Janez Poto?nik erklärte: "Dieser Bericht mahnt zur rechten Zeit daran, welche Bedeutung die Luftqualität für die Gesundheit unserer Bürger hat. Ich möchte daher 2013 zum ‚Jahr der Luft‘ machen und werde mich darauf konzentrieren, unsere Luftreinhaltungsvorschriften zu verschärfen, um den heute festgestellten Problemen zu begegnen."
Die Exekutivdirektorin der EUA, Jacqueline McGlade, sagte: "Dank der Maßnahmen der Europäischen Union sind die Emissionen zahlreicher Schadstoffe in den letzten zehn Jahren zurückgegangen. Wir können aber noch mehr tun. In vielen Ländern liegen die Luftschadstoffkonzentrationen immer noch über den gesetzlich vorgeschriebenen und empfohlenen Grenzwerten, mit denen die Gesundheit der Bürger Europas geschützt werden soll. So wird die Lebenserwartung in den am stärksten verschmutzten Städten und Gebieten durch Luftschadstoffe um rund zwei Jahre verringert."
Feinstaub zählt zu den Schadstoffen, die für die menschliche Gesundheit am gefährlichsten sind, da er in empfindliche Teile der Atemwege eindringt. Zwar ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, versauernd wirkende Luftschadstoffe zu verringern. Auch bei Schwefeldioxid wurden erhebliche Erfolge erzielt. Doch gibt es, wie der Bericht zeigt, in vielen Teilen Europas weiterhin Probleme aufgrund der Konzentrationen von Feinstaub und bodennahem Ozon im Freien.
Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2010 21 Prozent der Bevölkerung in den Städten PM10-Konzentrationen ausgesetzt, die den striktesten zum Schutz der Gesundheit festgesetzten EU-Grenzwert (Tagesgrenzwert) überschritten. Bis zu 30 Prozent der Stadtbevölkerung waren Konzentrationen von feinerem PM2,5 ausgesetzt, die über den (weniger strikten) EU-Jahresgrenzwerten lagen. Nach den WHO-Referenzwerten, die noch strikter sind als die im EU-Recht vorgesehenen Werte, waren 81 Prozent bzw. 95 Prozent der Stadtbewohner PM-Konzentrationen ausgesetzt, die über diesen zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgesetzten Referenzwerten lagen, was die Dringlichkeit der bevorstehenden Überarbeitung der Luftreinhaltungsvorschriften unterstreicht.
Auch Ozon kann Atemprobleme verursachen und die Lebenserwartung verkürzen und sein Vorkommen ist in den Städten ebenfalls sehr hoch. So waren in der EU im Jahr 2010 97 Prozent der Stadtbewohner einer Ozon-Konzentrationen über dem WHO-Referenzwert und 17 Prozent Konzentrationen über dem EU-Zielwert für Ozon ausgesetzt.
Red.
Links
EU-Kommission: Umweltpolitik: viele Europäer sind weiterhin Luftschadstoffen ausgesetzt (24. September 2012)
European Environment Agency: Air quality in Europe — 2012 report
EURACTIV Brüssel: Most EU city dwellers suffer bad air days (24. September 2012)
Mehr zum Thema auf EURACTIV.de
Luftverschmutzung in Europas Hauptstädten (29. September 2011)
EU will CO2-Ausstoß von Luft- und Schifffahrt senken (29. September 2009)
LinkDossier: Europas Luftqualität und Reform der EU-Luftpolitik (12. Dezember 2011)

