Oettinger startet europäische „Smart Cities“-Initiative

Das Schauspielhaus und die Oper von Kopenhagen. Dänemarks Hauptstadt versteht sich als "grünes Labor" für Europa und will schon bis 2025 CO2-neutral sein. Foto: Birgit Winter / pixelio.de.

70 Prozent des Energieverbrauchs in der EU gehen auf das Konto von Städten. Will Europa bis 2050 eine kohlenstoffarme Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln, spielen seine Metropolen eine Schlüsselrolle. Die EU unterstützt nun öffentlich-private Partnerschaften bei der Technologie-Entwicklung mit 80 Millionen Euro.

Die EU-Kommission hat die "European Smart Cities and Communities"-Initiative gestartet. Hauptziel ist die Steigerung der Energieeffizienz europäischer Städte. Für die Anwendung intelligenter Energie-Technologien in ausgewählten Pilot-Städten stellt die EU 80 Millionen Euro bereit – über das Budget des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (FP7). Die Einzelprojekte sollen sich Herausforderungen annehmen, die auch der "Strategic Energy Technology Plan" (SET-Plan) für die Transformation des europäischen Energiesystems formuliert hat (EURACTIV.de vom 7.Oktober 2010).

EU-Energiekommissar Günther Oettinger  sagte auf der Start-Konferenz der Initiative in Brüssel: "Die Zeit ist reif für intelligente Städte und Gemeinden: Städte und Partner aus der Industrie werden gerne integrierte nachhaltige Lösungen für die saubere, sichere und bezahlbare Energieversorgung der Bürger entwickeln, die den Verbrauch reduzieren und neue Märkte schaffen." Oettinger erklärte, die Städte hätten eine Schlüsselrolle für die Erreichung der EU-Ziele, bis 2020 die Energieeffizienz um 20 Prozent zu steigern, und bis 2050 eine kohlenstoffarme Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln, da sie 70 Prozent des Energieverbrauchs ausmachten.

Vom 19. Juli bis zum 1. Dezember 2011 können sich Teams von Städten und Partnern aus der Industrie um die EU-Fördermittel bewerben, und zwar für die Bereiche städtische Energiesysteme, Transport, Wasser und Abfall-Entsorgung. Weitere Ausschreibungen im Rahmen der Initiative zielen auf die Bereiche Gebäude, Heiz- und Kühl-Systeme, Netz- und Energietechnologien.

Schon heute  liefern sich Europas Städte beim Thema Nachhaltigkeit ein Wettrennen. Hohe Ziele setzt sich etwa die dänische Hauptstadt Kopenhagen, die bis 2025 CO2-neutral sein will, und sich als "grünes Labor" für andere europäische Metropolen versteht.

Bottrop will "Smart City" werden

Die deutsche Stadt Bottrop (Nordrhein-Westfalen) bewirbt sich mit ihrem Projekt "Innovation City" für das EU-Förderprogramm, und präsentierte es beim Treffen in Brüssel.

Red.

Nächste Schritte

7. Juli 2011: FP7-Ausschreibungs-Information-Tag, einschließlich der "Smart Cities"-Initiative

19. Juli bis 1. Dezember 2011: Ausschreibung für Partnerschaften und Projekte im Rahmen der "Smart Cities"-Initiative

28. und 29. November 2011: SET-Plan Konferenz in Warschau

Ende 2011: Start der "Smart Cities and Communities Stakeholder Platform"

Januar/Februar 2012: Auswertung der "Smart Cities"-Ausschreibung

Summer 2012: Möglicher Start der Projekte

Links

EU-Kommission

Launch Conference of the Smart Cities and Communities Initiative (21. Juni 2011)

Programme and presentations (pdf)

Webseite zum SET-Plan

Konferenzmaterial:

Programme and presentations 

Presentations

Weitere Links zum Thema

Smart Cities & Communities Initiative

The Covenant of Mayors

The CONCERTO Initiative

The CIVITAS Initiative

Smart cities stakeholder platform

Kopenhagen – smart and green (24. März 2011)

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

Fahrplan für CO2-armes Europa bis 2050 (9. März 2011)

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 9 Uhr Newsletter.