Berlin startet Open-Data-Portal

Eine Erleuchtung in Berlin? Die deutsche Hauptstadt stellt Daten zu den Bereichen Umwelt, Verkehr, Stadtplanung, Bildung, Wahlen, Immigration, Handel und Demografie ins Netz. Foto: Christian Nähring (www.mitarbeiter-blog.de) / pixelio.de

Berlin macht in einem Pilot-Projekt einen Teil seiner Datenschätze online für jedermann zugänglich. Der Gedanke dahinter: Die Verfügbarkeit von Datenbeständen der öffentlichen Hand stärkt das Vertrauen zwischen Politik und Zivilgesellschaft, zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Medien.

Berlin ermöglicht im Pilot-Betrieb den einfachen Zugang zu Datenbeständen der öffentlichen Hand. Das Berliner Open-Data-Portal ging Mitte September online und bietet Daten zu den Bereichen Umwelt, Verkehr, Stadtplanung, Bildung, Wahlen, Immigration und Demografie, Handel und (kommunale) Dienstleistungen. Auch Geodaten sind abrufbar.

Das Open-Data-Portal orientiert sich unter anderem an der "Berlin Open Data Agenda", die von der Aktionsplattform "Open Data Berlin" entwickelt wurde, der Vertreter aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Darin heißt es: "Informationen sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts." Der offene und strukturierte Zugang zu freiverfügbaren Datenbeständen der öffentlichen Hand sei ein wichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft. "Er stärkt das Vertrauen zwischen Politik und Zivilgesellschaft, zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Medien." Staatliches Handeln werde so transparent, nachvollziehbar und überprüfbar. 

"Einladung, die digitale Stadt zu öffnen"

Entwickelt wurde das Open-Data-Portal vom Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS). Die Pilotphase läuft bis zum Jahresende. "Das Berliner Datenportal ermöglicht nicht nur mehr Transparenz und Partizipation und somit eine Öffnung von Staat und Verwaltung über Vorgänge in der Stadt", erklärte Ina Schieferdecker, die das Projekt auf Seiten des Fraunhofer-Institut leitet. "Es liefert außerdem Impulse für neue Anwendungen, Prozesse und Systeme, um die Zusammenarbeit der Privatwirtschaft mit den Verwaltungen über alle Ebenen hinweg zu fördern."

Der scheidende Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) erklärte: "Dies ist ein Angebot zum Dialog und es bietet eine neue Qualität für die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger der Stadt." Außerdem ermögliche das Portal neue kommerzielle Dienste in Form von mobilen Applikationen auf der Basis staatlicher Daten.

Innenstaatssekretär Ulrich Freise sagte: "Bürgerinnen und Bürger werden mit dem offiziellen Zugang zu Informationen nicht nur die Möglichkeit erhalten, Entscheidungen und entscheidungsrelevante Fakten nachzuvollziehen sondern sich auch aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen."

Die Seite sei eine Einladung an den Berliner Bürgermeister, die digitale Stadt zu öffnen, meint der Verein Open Knowledge Foundation Deutschland. 

Das Portal wurde für "politische Verhältnisse geradezu in Überschallgeschwindigkeit Realität", kommentiert der Blogautor Markus Heidmeier auf Zeit.de.

Auch auf europäischer Ebene steht das eGovernment auf der Agenda. Die EU-Kommission hat Ende 2010 einen "Europäischen eGovernment-Aktionsplan 2011–2015" vorgestellt.

Red.

Links


Presse

Heise.de: Open-Data-Portal Berlin eröffnet (14. September 2011)

Zeit.de: Der Datenhimmel über Berlin. Data Blog (14. September 2011)

Dokumente

Berlin.de: Open Data Berlin

Berlin.de: Bürgermeister Wolf schaltet Berliner Datenportal frei. Pressemitteilung (14. September 2011)

Opendataberlin’s Blog: Internetseite

Berliner Open Data Day: Internetseite

Open Knowledge Foundation: Berlin macht sich auf zur Open Data-Hauptstadt

EU-Kommission: Europäischer eGovernment-Aktionsplan 2011–2015
Einsatz der IKT zur Förderung intelligent, nachhaltig und innovativ handelnder
Behörden
(10. Dezember 2010)

EU-Kommission: ICT for Government and Public Services

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