Verwendung von Deutsch in EU ‚könnte besser sein‘ [DE]

Es gebe immer noch Raum für Verbesserungen was die Zahl der Dokumente betrifft, die von den EU-Institutionen ins Deutsche übersetzt werden, obwohl eine wachsende Zahl von EU-Beamten ihre Muttersprache beruflich nutzen, erklärte Margareta Hauschild, Direktorin des Goethe-Instituts Belgien gegenüber EURACTIV in einem Interview.

Deutsch ist neben Englisch und Französisch eine der Amtsprachen der EU-Institutionen, wird aber nicht so weitläufig verwendet, wie einige Involvierte es gerne hätten. Hauschild führt diese Gegebenheit auf die Geschichte zurück.

„Deutsche EU-Beamte haben sich aus historischen Gründen stark geweigert, die deutsche Sprache auf EU-Ebene durchzusetzen. Stattdessen bevorzugten sie zu zeigen, dass sie in der Lage waren, andere Sprachen zu sprechen, meistens Englisch“, sagte sie. 

Jedoch glaubt die Kulturdirektorin, dass diese Situation sich nun geändert habe. „Deutsche EU-Beamte haben die Verwendung der deutschen Sprache als Amtssprache der EU über das vergangene Jahrzehnt stark gefördert und mehr Deutsche sprechen jetzt öffentlich Deutsch“. 

Letzten Dezember riefen die MdEP den Europäischen Rat dazu auf, die Verwendung von Deutsch und anderen Sprachen auf seinen Webseiten zu verstärken, unter anderem derer der EU-Ratspräsidentschaften (EURACTIV vom 2. Dezember 2008). 

„Tatsächlich gibt es immer noch Raum für Verbesserungen was die Zahl der EU-Dokumente angeht, die ins Deutsche übersetzt werden, unter anderem bei Webseiten“, sagte sie und beschrieb das Europäische Parlament als „Modellbeispiel im Vergleich zum Rat und der Kommission, wenn es um die Förderung eines mehrsprachigen Europa geht“.   

Obwohl Hauschild die Leistung des EU-Kommissars für Mehrsprachigkeit Leonard Orban als „sehr gut“ bezeichnete, betonte sie hingegen, dass der nächsten Kommission noch viele Aufgaben bevorstünden. 

„Mehrsprachigkeit muss noch näher an alle Bürger Europas herangerückt werden“, sagte sie und stellte fest, dass Fremdsprachen genauso wichtig seien wie IKT-Fähigkeiten. Hauschild will, dass die Mehrsprachigkeit auf allen Ebenen der Bildung auf die Lehrpläne gebracht wird und in der Geschichte, der Literatur und in den Sozialwissenschaften einen stärkeren Fokus bekommt. 

Anders als Frankreich, das sich mit der Organisation Internationale de la Francophonie rühmt, gibt es in Deutschland keine Institution die die deutschsprachigen Länder im Ausland repräsentiert. Deshalb liegt die Verantwortung bei Organisationen wie dem Goethe-Institut. Dies ist ein Unterschied, den Hauschild auf die zwei „ziemlich verschiedenen historischen Hintergründe“ der zwei Länder zurückführt. 

„Wir wollen Menschen überzeugen, dass es im modernen Europa wichtig ist Deutsch zu lernen“, sagte sie und wies darauf hin, dass die Kenntnis des Deutschen auch beruflich eine Bereicherung sei. „Man wird mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, wenn man in der Sprache kommunizieren kann, die von 100 Millionen Europäern als Muttersprache gesprochen wird und die nach Englisch am häufigsten als Zweitsprache unterrichtet wird.“

„Demzufolge arbeiten die Ständige Vertretung Deutschlands bei der EU, das Goethe Institut und viele mehr, unter anderem deutsche Mitarbeiter in den EU-Institutionen daran, die Verwendung des Deutschen in EU Kreisen zu verbessern“, fügte sie hinzu. 

Um das sollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier

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