Übersetzungen: Kostenbewusstsein „Pflicht gegenüber den Steuerzahlern“ [DE]

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In einem Bericht über die Übersetzungskosten der EU-Institutionen, der vom Europäischen Parlament angenommen wurde, hat der Europaabgeordnete Alexander Stubb ein stärkeres Bewusstsein für Kosten gefordert. Zudem stellte er die Notwendigkeit in Frage, jedes Dokument in den EU-Institutionen in Sprachen wie Finnisch, Schwedisch oder Maltesisch zu übersetzen.

Laut der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und dem Europaabgeordneten Alexander Stubb, der den Bericht verfasste, welcher am 10. Juli 2007 von den Europaabgeordneten angenommen wurde, werden jährlich etwa 26 Millionen Euro durch bestellte, aber nicht verwendete Übersetzungsdienste innerhalb der EU-Institutionen verschwendet (siehe EURACTIV vom 11. September 2006).

Die Übersetzungskosten des Parlaments, der Kommission und des Rats summierten sich 2005 auf 511 Millionen Euro. Der Bericht fordert effizientere Mittel um die Produktivität und Kosten zu bewerten, den Übersetzungsbedarf zu bewerten, Übersetzungen zu handhaben, deren Qualität zu kontrollieren und die zwischeninstitutionelle Zusammenarbeit zu steigern.

Dennoch müsse, so Stubb, nicht alles in alle Amtssprachen übersetzt werden. Beispielsweise sei es in den Ausschüssen des Parlaments ausreichend, Übersetzungen in den Sprachen, die von den Mitgliedern des jeweiligen Ausschusses gesprochen werden, durchzuführen. Weitere Übersetzungen könnten auf Anfrage gestellt werden.

Stubb sagte weiterhin, dass die Institutionen den Steuerzahlern zu einem Bewusstsein über die Übersetzungskosten verpflichtet seien. Stubb schlug vor, dass Übersetzungen von Sitzungsberichten des Parlamentsplenums durch einen Internetdienst ersetzt werden könnten, dem es bereits möglich sei, Videos, die in alle Sprachen übertragen sind, zu verfolgen. Die Nutzung des Internets sei ein Muss in der heutigen Zeit und es könne helfen, nachhaltige Wirtschaften zu schaffen, so Stubb.

Stubb betonte jedoch in seinem Bericht, dass Mehrsprachigkeit einer der wichtigsten Aspekte der EU sei. Der Sprachendienst der EU, einschließlich Übersetzungen und Dolmetschen, mache nur weniger als 1% der Gesamtkosten der EU aus. Er erklärte, dies sei kein allzu hoher Preis, der für Demokratie und effiziente Zusammenarbeit gezahlt werden müsse.

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