Kommissar Leonard Orban hat vor kurzem Frankreich besucht, um die Grundlage für eine Zusammenarbeit für Mehrsprachigkeit zu legen, bevor das Land 2008 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.
Bei einem Besuch Frankreichs hat der Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban die Chance genutzt, um seinen politischen Plan für das kommende Jahr vorzustellen, sowie seiner Absicht Ausdruck zu verleihen, im Vorfeld der französischen EU-Ratspräsidentschaft, die im Juni 2008 beginnt, die Zusammenarbeit mit Frankreich zu stärken.
Um den Auftrag der Europäischen Kommission für Mehrsprachigkeit, der 2007 begann, zu fördern, hat Orban am 19. du 20. Juli 2007 Paris besucht.
Vor einem Publikum aus wichtigen politischen Führungskräften, einschließlich Frankreichs Ministerin für Hochschulbildung und Forschung, Valerie Pecresse, und dem Präsidenten von Mouvement des Enterprises de France (MEDEF), Laurence Parisot, erklärte Orban, es sei notwendig, mit Frankreich eine Zusammenarbeit im Bereich Mehrsprachigkeit zu entwickeln.
Kommissar Orban betonte drei wichtige Politikbereiche für 2007 und 2008: die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung durch Mehrsprachigkeit. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie durch das britische National Centre for Languages verlören 11% der europäischen exportierenden KMUs Märkte aufgrund von Defiziten der Sprachfähigkeiten.
Um Lösungen für dieses Problem zu finden, wird die Kommission in Zusammenarbeit mit Arbeitgeberorganisation aus ganz Europa am 21. September 2007 in Brüssel die Konferenz ‚Unternehmen Sprache’ zu dem Thema Wirtschaft und Mehrsprachigkeit organisieren. Sie zielt darauf ab, Fremdsprachenbildung in der EU zu fördern, sodass jeder EU-Bürger neben seiner Muttersprache mindestens zwei Sprachen spricht. Derzeit sprechen etwa 56% der Europäer nur eine Sprache.
In einer Pressekonferenz sagte Orban, es solle zur Kenntnis genommen werden, dass das Ziel der Mehrsprachigkeit horizontaler Natur sei. Es stehe mit anderen Politiken der Europäischen Union in Zusammenhang, wie Kultur, Bildung, Kommunikation, Sozialpolitik, Beschäftigung, Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit.
Angesichts der Tatsache, dass 2008 bereits als das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs festgelegt worden sei, fügte Orban hinzu, er sei sich über Frankreichs Unzufriedenheit über die zunehmende Vorherrschaft des Englischen als eine offizielle Arbeitssprache zu Lasten des Französischen bewusst. Er fügte hinzu, vor der EU-Erweiterung von 2004 habe es nur elf offizielle Sprachen gegeben. Heute gebe es 23 Sprachen in der EU, aber das Budget sei nur um 20% erhöht worden.
Mehrsprachigkeit macht etwa 1% des gesamten EU-Budgets aus, etwa 1,1 Milliarden Euro jährlich.

