Initiative zur Förderung von Französisch als erste Rechtssprache [DE]

Eine Initiative auf hohem Niveau zielt darauf ab, Französisch als erste Rechtssprache der EU zu etablieren.

Das Komitee, das von einigen Akteuren als Versuch, das Schwinden des französischen Einflusses in der EU aufzuhalten, kritisiert wird, stattete dem Parlament am 7. Februar 2007 einen Besuch ab, um über die Unstimmigkeiten der Rechtstexte der EU in den 23 europäischen Amtssprachen zu sprechen. 

Das CPLDE ist der Auffassung, dass Französisch die verbindlichste Sprache in der EU sei, da es zum einem mit dem Lateinischen – der Sprache, in dem die römischen Gesetze geschrieben wurde – verwandt sei und zum anderen auch der Code Napoléon, Grundlage der französischen und weiterer kontinentaler Rechtsordnungen, wie der Belgiens, auf Französisch verfasst wurde. 

Maurcie Druon, Leiter von CPLDE, prominenter Autor und Sekretär der Academie Française, sagte, alle Sprachen seien gleichberechtigt und alle nationalen Bedenken würden berücksichtigt. Dennoch sei es bezüglich der Auslegung der Texte besser, sicherzustellen, was geschrieben würde. Italienisch sei die Sprache der Lieder, Deutsch sei geeignet für Philosophie und Englisch eigne sich für die Dichtung. Französisch sei für präzise Formulierungen am besten geeignet, es habe dafür die richtige Härte. Es sei die sicherste Sprache für rechtliche Fragen. Die Sprache von Montesquieu sei unschlagbar.

Die ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments Nicole Fontaine wies darauf hin, dass Französisch für seine analytischen, präzisen und klaren Eigenschaften bekannt sei. Die Syntax könne an jede Nuance angepasst werden und sei besonders geeignet, um Definitionen und Gesetzesausdrücke zu erklären.

Der französische Europaabgeordnete Paul-Marie Couteaux, von der Mouvement pour la France, einer Partei, die der Souveränität Frankreichs verpflichtet ist, verwies auf eine kürzliche Abstimmung im parlamentarischen Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten zu einer Frage bezüglich des Kosovo. Der Text sei nur auf Englisch und Tschechisch zugänglich gewesen. Er selbst habe für die UN gearbeitet und verstehe daher Englisch aber viele seiner französischen Kollegen und Kollegen aus anderen Ländern hätten kein Wort verstanden. Dies sei immer öfter der Fall. Die Leute würden ihn zunehmend fragen, ob er ihnen sagen könnte, worum es sich bei der Abstimmung handele. 

Eine andere Quelle aus dem Parlament verwies jedoch darauf, dass politische Entwürfe oftmals in letzter Minute verhandelt würden und dass die Kommunikation in diesen Fällen schnell und effizient sein müsse. 

Man habe Italiener, Polen und Litauer. Und sie sprächen alle eine Sprache, die der andere verstehe – normalerweise Englisch. Dies sei absolut normal.

Die Zeitung The Times zitiert einen EU-Beamten mit den Worten: „Sie wollen es nicht sagen, aber es gibt eine steigende Besorgnis, dass Englisch in den Institutionen immer dominanter wird.“

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Eine vom Comité pour la langue du droit européen (CPLDE) unterstützte Initiative zielt darauf ab, Französisch als die einzig rechtlich verbindliche Rechtssprache zu etablieren. Französisch sei die genaueste, verbindlichste und „strengste“ der europäischen Sprachen.

Von den 23 offiziellen Amtssprachen der EU bildet Französisch eine der drei Arbeitssprachen der Kommission. In den drei Arbeitssprachen werden die europäischen Politiken formuliert. Am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg (EuGH), der den acquis communautaire mit Rechtsprechung ausfüllt, findet die Kommunikation fast ausschließlich auf Französisch statt.   

Französisch sei bereits die Arbeitssprache am Europäischen Gerichtshof und dem Gericht Erster Instanz, sagte ein EuGH-Sprecher gegenüber EURACTIV. Die Urteile der Richter würden auf Französisch geschrieben, alle Prozessakten in die Sprache übersetzt und Französisch würde für die meisten internen Dokumente verwendet, so der Sprecher. 

Zu dem von der früheren Präsidentin des Europäischen Parlaments ins Leben gerufene Komitee gehören auch der ehemalige rumänische Premierminister Adrian Nastase, der polnische Europaabgeordnete und Historiker Bronislaw Geremek sowie Antoinette Spaak, Tochter des ehemaligen belgischen Außenministers und Gründungsvater der EU, Paul-Henri Spaak.

Nach derzeitiger Praxis wird im Falle von Unregelmäßigkeiten oder Zweifeln die betroffene Sprachfassung mit dem Text in der Sprache verglichen, in der das Dokument verfasst wurde. Gewöhnlich handelt es sich dabei um Englisch, Französisch oder Deutsch.

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