Französischsprachige Regierungen unterstützen Sarkozys Finanzgipfel [DE]

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Die französischsprachigen Länder haben sich am Wochenende zu einem großen Gipfel in Kanada getroffen und unterstützten dort „einstimmig” die Forderung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nach multinationalen Gesprächen zur Umgestaltung des globalen Finanzsystems. 

Die französischsprachigen Länder forderten die Errichtung eines beständigeren Systems, das transparenter und besser integriert ist und eine starke Position bei der Steuerung der Weltwirtschaft einnehmen kann. Damit unterstützten sie Sarkozys Forderung von letzter Woche nach Diskussionen zu diesem Thema noch vor Ende des Jahres (EURACTIV vom 16. Oktober 2008). 

Kein Land sei immun gegen die Turbulenzen, die die weltweiten Kreditmärkte untergrüben und die Schwierigkeiten, mit denen ihre eigenen Märkte zu kämpfen hätten, erforderten dringendes Eingreifen und eine gute Koordination, ist in der Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs, die am zwölften Frankophonie-Gipfel in Quebec City teilnahmen, zu lesen. Ausgerichtet wurde der Gipfel, der vom 17. bis 19. Oktober 2008 mehr als fünfzig Staats- und Regierungschefs französischsprachiger Nationen zusammenbrachte, von der kanadischen Regierung und der Regierung der Provinz Quebec.

Der kanadische Premierminister Stephen Harper beschrieb das Treffen als das erste große Forum für Industrie- und Schwellenländer und deren Regierungen, um ihre Ansichten zur Krise auszutauschen. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Gespräche zu einer weiteren internationalen Kooperation beitragen würden.
Niemand wolle zusätzliche Regeln. Niemand wolle Protektionismus. Man wolle lediglich das Finanzsystem auf weltweit kohärente und harmonische Weise regulieren, erklärte der französische Premierminister François Fillon, während Sarkozy einen Kapitalismus forderte, der die Menschen und den Planeten „mehr respektiere“.

Die französischsprachigen Länder müssten zusammenarbeiten, um konkrete und realistische Lösungen für die Krisen zu finden, die unseren Planeten treffen, fügte Harper hinzu und drängte die Regierungen, die OIF (Organisation Internationale de la Francophonie – Internationale Organisation der Frankophonie) zu modernisieren, indem ihre Fähigkeiten zur diplomatischen Vorbeugung von Krisen und ihre Vermittlungsvermögen verbessert würden.

Klimaversprechen

Bezüglich des Klimawandels sagten die Regierungen zu, ihre gemeinsamen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50% zu verringern. Außerdem kündigten sie ihr Vorhaben an, bei den anstehenden Klimaschutzverhandlungen in Posen und Kopenhagen eine „gemeinsame frankophone Position“ einzunehmen. Harper betonte, dass Kanada verstehe, dass weniger entwickelte Länder nicht über die gleichen Ressourcen verfügten wie Industrieländer, um den Klimawandel anzugehen und sich daran anzupassen.

Die französische Sprache fördern

Die Regierungen haben außerdem eine Resolution zur Förderung der französischen Sprache angenommen, die Maßnahmen fordert, um zu gewährleisten, dass Französisch von allen OIF-Mitgliedern sowie im Rest der Welt vollständig anerkannt wird und um für Mehrsprachigkeit einzutreten.

Sie haben sich dazu verpflichtet die Verwendung der französischen Sprache in internationalen Beziehungen zu fördern, den Status von Französisch im Bildungssystem zu stärken und die Finanzmittel für den Fernsehsender TV5 Monde aufzustocken. Dieser wird von Harper als ein ideales Instrument zur Vermittlung kanadischer Werte in der Welt bezeichnet.

Die Frankophonie-Gipfel werden alle zwei Jahre abgehalten, wobei der nächste 2010 in Madagaskar oder der Demokratischen Republik Kongo stattfinden soll. 

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