EU unterstützt Austauschprogramm, um Europäer chinesisch zu lehren [DE]

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200 europäische LehrerInnen und 400 SchulleiterInnen werden innerhalb der nächsten vier Jahre an einem Austauschprogramm mit China teilnehmen, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern sowie ein besseres Verständnis der chinesischen Kultur zu erlangen.

Das so genannte EU-Sprachaustauschprogramm „EU Window“ wurde gestern (2. Juni 2008) offiziell von Leonard Orban, dem EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, und Zhang Xinsheng, dem chinesischen stellvertretenden Bildungsminister, ins Leben gerufen. 

Die erste Phase des von China finanzierten Projekts (2009 bis 2010) umfasst Sommerkurse in China für 50 ChinesischlehrerInnen und einen zehntägigen Studienaufenthalt für 100 SchulleiterInnen und MitarbeiterInnen der Schulverwaltung aus den EU-Mitgliedstaaten aus EU-Mitgliedstaaten.

Das Programm ist Teil eines umfassenderen strukturellen Dialogs, den die Europäische Union und China im Bereich Bildung und Kultur planen. Eine erste Vorbesprechung von Vertretern der Kommission und des chinesischen Bildungsministeriums fand im Januar 2008 in Brüssel statt. Während dieser wurden drei Schwerpunktthemen bestimmt: Sprachunterricht, gemeinsame Doktoratsabschlüsse und Erziehung durch Sport.

Kommissar Orban lobte die chinesische Regierung für ihre Initiative „EU Window“: Sie sei ein wichtiger Schritt, um zum Erlernen einer Fremdsprache zu ermutigen und um das interkulturelle Verständnis zu stärken. Die Vorteile solcher Austauschprogramme, erklärte Orban, seien vielfältig: Sie würden helfen, Bildungsstandards zu verbessern und kulturelle Beziehungen sowie Handelsverbindungen zu stärken.

Die EU ist Chinas wichtigster Handelspartner, dennoch befinden sich die Beziehungen in einer Art Einbahnstraße: Das bilaterale Handelsdefizit der EU wächst tagtäglich und erreicht nunmehr einen Wert von etwa 160 Milliarden Euro. Der Gedanke ist, dass verbesserte Sprachkenntnisse und ein besseres Verständnis der chinesischen Kultur Unternehmen dabei helfen werden, auf dem schnell expandierenden chinesischen Markt neue Möglichkeit wahrnehmen zu können.

Sprache sei der wichtigste Kanal für Kommunikation und Verständnis, sagte der chinesische Vizeminister für Bildung Zhang Xinsheng. Während 600 europäische Mitarbeiter aus dem Bildungsbereich in den kommenden vier Jahren nach China reisen werden, nutzen hunderte von chinesischen Studenten Mobilitätsprogramme wie Erasmus Mundus und lernen dabei europäische Sprachen und europäische Länder und Kulturen kennen.

Zhang lobte die Sprachenpolitik der EU und ihr Motto „Einheit in Vielfalt“ – ein Ziel, das konfuzianisch sein könnte: Man habe eine gemeinsame philosophische Vision, schloss er. Mit diesem Projekt beginne man nun, auch gemeinsam zu handeln.

An der Zahl der Sprecher gemessen (annähernd 900 Millionen) ist Hochchinesisch heutzutage die weltweit meistgesprochene Sprache. Sie ist die Amtssprache der Volksrepublik China, Taiwans und Singapurs, und wird auch in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen verwendet. Ihre Bedeutung in Wirtschaft, Politik und Bildung verbreitet sich mit dem gleichen Tempo, wie die chinesische Wirtschaft boomt.

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