Wirtschaftswissenschaftler: WM-Sieg kann Krise in Spanien aufwiegen

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Während der Internationale Währungsfonds einen 0,4 Prozent Fall in der spanischen Wirtschaft in diesem Jahr voraussieht, merken Wirtschaftswissenschaftler an, dass die Euphorie, die durch den ersten spanischen Sieg der FIFA-WM gestern (11. Juli) freigesetzt wird, das Wachstum um bis zu 0,7 Prozent ankurbeln könnte.

Wirtschaftswissenschaftlern zufolge entfacht der Sieg der WM ein gemeinschaftliches Wohlfühlgefühl in der betroffenen Nation, was das Verbrauchervertrauen und die Ausgaben der Privathaushalte fördert.

Wirtschaftswissenschaftler bei der niederländischen Bankengruppe ABN Amro sind beispielsweise überzeugt, dass die Übergabe der Trophäe einen positiven Einfluss auf die Wirtschaft eines Landes habe. Sie merken an, dass im Jahr der WM das Wirtschaftswachstum unter Weltmeistern das der unterlegenen Finalisten zu übertreffen neigt.

Der Gewinner genieße einen durchschnittlichen wirtschaftlichen Zuwachs von 0,7 Prozent zusätzlichem Wachstum, wohingegen der Verlierer einen durchschnittlichen Verlust von 0,3 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr erleide, schreiben sie in einem Bericht namens Soccernomics 2006.

Der Bericht schreibt das meiste Wirtschaftswachstum den Partys zu, die den Sieg feiern sollen, wodurch Einkommen generiert wird und Arbeitsplätze geschaffen werden, insbesondere in Bars und Supermärkten. Der Verkauf von Souvenirs zur Erinnerung an den Sieg wird als weiterer großer Antrieb der Wirtschaft zitiert.

Obwohl die makroökonomischen Auswirkungen auf die Finanzmärkte nicht so bedeutsam seien, dass sie eine Krise in einen Aufschwung verwandeln können, sollten sie trotzdem nicht unterschätzt werden, betont der Bericht.

Die Wirtschaftswissenschaftler glauben auch, dass die Siegernation die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht und es deswegen einfacher finden kann, Handelsbeziehungen mit anderen Ländern einzugehen und neue Geschäftsinvestition zuhause anzuziehen.

Die spanische Wirtschaft mag nun gar wachsen, anstatt um 0,4 Prozent zu schrumpfen, wie es für dieses Jahr vorausgesagt war.

Trotzdem sehen die Wissenschaftler bei 20 Prozent Arbeitslosigkeit und tiefen Haushaltskürzungen auf der Agenda keine großen Anstiege voraus, jedoch merken sie an, der Sieg mag einen Rückgang während eines vollen Jahres verhindern (EURACTIV 28.05.10).

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