Der Druck auf die europäischen Fußballverbände, gegen rassistisches Verhalten vorzugehen, steigt. Der Vorsitzende der Intergroup Sport des Europäischen Parlaments forderte die UEFA dazu auf, Strafen gegen solche Vereine, Spieler und Fans zu verhängen, die sich rassistisch verhielten oder mit Rassismus in Verbindung gebracht werden könnten.
Der Europaabgeordnete und Vorsitzende der Intergroup Sport des Europäischen Parlaments Chris Heaton-Harris begrüßte den Start einer neuen von der UEFA gesponserten Anti-Rassismus-Kampagne in der letzten Woche. Gleichzeitig forderte er aber auch konkretere Maßnahmen vom höchsten Entscheidungsgremium im europäischen Fußball.
Die UEFA, die Kommission und die NGO Fußball gegen Rassismus in Europa (FARE) läuteten am 11. September 2008 die neue Fußball-Saison 2008-2009 mit der Vorstellung eines gemeinsam produzierten Fernsehspots ein.
Der Spot mit dem Titel „Verschiedene Sprachen, ein Ziel“ wird während den Halbzeiten aller 125 UEFA Champions League-Spiele bis Mai 2009 ausgestrahlt und soll in den Spielwochen mehr als 140 Millionen Zuschauer erreichen. Der Spot, der zeigt, wie Fußballfans ihre Leidenschaft für den Sport unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund teilen, soll die Toleranz fördern und helfen, den Rassismus zu bekämpfen. Er baut auf dem Thema des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008 „Vielfalt gemeinsam erleben“ auf.
Heaton-Harris forderte die UEFA jedoch auf, zu zeigen, dass sie Vorfälle mit rassistischem Hintergrund ernst nehme. Außerdem solle sie härtere Strafen gegen Vereine, Spieler und Fans verhängen, die rassistische Taten begehen. Die UEFA müsse zu ihrem Wort stehen und müsse eine Politik der Null-Toleranz annehmen. Rassistisches Verhalten müsse für immer aus dem Fußball verbannt werden, sagte er.
Jonathan Hill, der Leiter des EU-Büros der UEFA, gestand ein, dass ein einziger Fernsehspot dieses Problem nicht über Nacht lösen werde. Stattdessen wolle die UEFA mit ihrem Spot eine Vorreiterrolle bei der Bekämpfung des Rassismus im Fußball einnehmen.
In den letzten Jahren wurde eine zunehmende Zahl von Fußballern von Anhängern generischer Vereine angegriffen oder beleidigt und mit rassistisches Kommentaren und Gesten bedacht. Der Kommission zufolge existieren einige Kooperationsmechanismen der Polizei, um gegen Hooligans auf europäischer Ebene vorzugehen. Die Verantwortung liegt jedoch hauptsächlich in den Händen der Mitgliedstaaten.
Die Kommission bezeichnete den Vorstoß als ein gutes Beispiel für Solidarität und Zusammenarbeit zwischen hochrangigen Sportinstitutionen und einer Basisorganisation bei einem Thema von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

