Studie: 14 Jahre länger leben durch gesundes Verhalten [DE]

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Tägliche körperliche Betätigung, mäßiger Alkoholkonsum und ausreichend Obst und Gemüse sind gut für die Gesundheit. Forscher haben nun herausgefunden, dass all diese Verhaltensformen zusammen tatsächlich das Leben um 14 weitere Jahre verlängern können.

Forscher der Universität von Cambridge und des Medizinischen Forschungszentrum Großbritanniens untersuchten die Gesundheit beeinflussende Faktoren, die vom Lebensstil abhängig sind, um die Bedeutung bestimmter Verhaltensweisen zu ermitteln. Bis dahin hatten sich Studien auf die Auswirkungen von Verhaltensweisen auf die Sterblichkeit beschränkt.

Die Ergebnisse wurden im Januar 2008 im öffentlich zugänglichen internationalen Medizinmagazin PLoS Medicine veröffentlicht. Sie erklären, dass – obwohl vergleichsweise unaufwändig und umsetzbar – die Auswirkungen in ihrer Gesamtheit in etwa mit einem vierfachen Unterschied zum Sterberisiko vergleichbar wären, was 14 Jahren chronologischen Alters entspräche.

Um den Einfluss der Veränderungen im Lebensstil zu erforschen, wurden mehr als 20 000 Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 79 Jahren nach vier Verhaltensmustern untersucht: Nichtraucher, körperliche Aktivität, moderater täglicher Alkoholkonsum und die Einnahme von mindestens fünf Portionen von Obst und Gemüse pro Tag. Die Teilnehmer wurden elf Jahre lang begleitet und es Todesfälle unter ihnen dokumentiert.

Die Forscher folgerten, dass das Risiko der allgemeinen Sterblichkeit bedeutend zunähme, wenn die Anzahl gesunder Verhaltensweisen abnähme. Diejenigen, die alle vier gesunden Verhaltensweisen aufwiesen, hatten lediglich ein Viertel des Sterblichkeitsrisikos im Vergleich zu denjenigen, die keines der Muster angenommen hatten. Dieser Trend sei vor allem bei Herz- und Gefäßerkrankungen zu erkennen, jedoch auch bei Tod durch Krebs und andere Ursachen, fügten die Forscher hinzu.

Die erstaunlichen Ergebnisse seien nicht nur für Gesundheitsforscher und Sozialpolitiker von Bedeutung, sondern für die gesamte Bevölkerung, erklärten die Journalisten von PLoS Medecine und riefen zu einer weiten Verbreitung dieser Resultate auf.

Eine weitere Studie, deren Ergebnisse am darauf folgenden Tag im European Heart Journal publiziert wurden, hatte 12 000 dänische Männer und Frauen im Alter von 20 Jahren oder älter für 20 Jahre begleitet. Untersucht wurde der gemeinsame Einfluss von physischer Aktivität und wöchentlichem Alkoholgenuss auf das Risiko spezifischer Herzerkrankungen und Todesfällen im Allgemeinen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl durchschnittliche als auch hohe körperliche Aktivität und durchschnittlicher Alkoholkonsum einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Das niedrigste Todesrisiko durch sämtliche Gründe sei bei den physisch aktiven, durchschnittlichen Trinkern gefunden worden, das höchste Risiko bei den körperlich inaktiven Abstinenten oder starken Trinkern, verkündete die Hauptautorin der Studie, Jane Østergaard Pedersen. Weder physische Aktivität allein noch Alkoholgenuss könnten das erhöhte Risiko vollständig aufheben, das durch Abstinenz und das Fehlen körperlicher Aktivität entstehe, fügte sie hinzu.

Seit 2003 ist das EU-Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2003-2008) auf Faktoren ausgerichtet, die die Gesundheit beeinflussen und vom Lebensstil abhängig sind. Mitgliedstaaten werden ermutigt, ihre Bevölkerung zu einer gesunden Lebensweise zu ermutigen. Die Herangehensweise, die vom Lebensstil ausgeht, ist die erste ihrer Art im Bereich der Gesundheitspolitik der EU. Sie erkennt an, dass effektive Prävention eine Lösung zu den wirtschaftlichen Problemen des EU-Gesundheitssystems darstellt.

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