Die Kommission hat Pläne vorgelegt, die den Güterverkehr in der EU effizienter und nachhaltiger gestalten sollen. Dies könnte durch eine verbesserte Logistik geschehen sowie durch die Förderung einer stärkeren Verwendung sauberer Transportmöglichkeiten wie beispielsweise Schienen- und Wasserverkehr.
Am 18. Oktober hat die Kommission eine Reihe von Initiativen vorgestellt, die dazu dienen sollen, den Transport von Gütern per Eisenbahn und Schiff attraktiver zu gestalten. Dies geschieht in der Hoffnung, Europas zunehmend verstopfte Straßen zu entlasten.
- Effizientere Versorgungsketten
Der Aktionsplan zur Güterverkehrslogistik konzentriert sich besonders auf Maßnahmen, die den Gebrauch mehrerer Transportmöglichkeiten während einer Fahrt, der so genannten Co-Modalität, erleichtern soll. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Verbesserung der Verbindungen zwischen den verschiedenen Transportmöglichkeiten, Investitionen in moderne Umschlagsplattformen, der Schaffung eines gemeinsamen europäischen Standards für Ladeeinheiten und eines gemeinsamen Transportdokuments für alle Gütertransporte, ungeachtet der Transportform.
- Unterstützung für Eisenbahnen
In ihrer Mitteilung über den ‚Aufbau eines vorrangig für den Güterverkehr bestimmten Schienennetzes’ schlägt die Kommission vor, Europas rückläufigen Eisenbahnsektor anzukurbeln. Zu diesem Zweck sollen eine Reihe von Problemen in Hinblick auf Effizienz, Verlässlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit angegangen werden.
Schlüsselmaßnahmen werden die Harmonisierung von Zuglängen und -ladungen beinhalten, um die Interoperabiliät zwischen den Mitgliedstaaten zu erhöhen. Des Weiteren soll vermieden werden, dass Güterzüge angehalten werden und es so, aufgrund der unterschiedlichen Regelungen in den Mitgliedstaaten, zu Verspätungen an den Grenzen kommt.
Die Kommission plant außerdem, dem bestehenden Vorzug von Personenzügen auf Strecken mit gemischtem Verkehr in den Ballungszentren ein Ende zu bereiten. Dies geschieht in der Hoffnung, die Verspätungen von Güterzügen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit von Lieferungen zu erhöhen.
Die Kommission hofft, dass diese Maßnahmen, gemeinsam mit einer verstärkten Zusammenarbeit unter den Mitgliedstaaten und Unternehmern aus dem Bereich Infrastruktur, dazu beitrügen, wahre ‚güterorientierte Korridore’ zu schaffen, mit niedrigeren Transportzeiten und erhöhter Pünktlichkeit. Dadurch würde dieser Bereich wettbewerbsfähiger sein im Vergleich zum Straßentransport, besonders hinsichtlich schwerer Ladungen und langer Distanzen.
Laut des Kommissionsplans sollte bis 2012 jeder Mitgliedstaat in mindestens eine dieser ‚Korridorstrukturen’ integriert sein.
- Schaffung eines gemeinsamen Seeverkehrsraum
Der Schifffahrt – der umweltfreundlichsten und energieeffizientesten Möglichkeit – wird besondere Aufmerksamkeit zuteil. Es gibt Pläne, welche die Verbesserung der Kapazitäten an Seehäfen vorsehen, sowie die Schaffung eines gemeinsamen „europäischen Seeverkehrsraums“ durch den Abbau einiger langwieriger Verwaltungsverfahren. Zu diesen zählen beispielsweise die Kontrolle von Dokumenten und eine körperliche Untersuchung durch Zollbeamte, Gesundheits- und Veterinärämter sowie Einwanderungsbehörden, während Verschiffungen zwischen europäischen Häfen, und zwar im gleichen Maße, wie dies bei Verschiffungen in Drittstaaten der Fall ist. Eine öffentliche Konsultation zu diesem Thema wird am 22. Oktober 2007 gestartet.
- ‚Monstertrucks’ erlauben?
Die Aktionsplan „Güterverkehrslogistik“ der Kommission schlägt weiterhin vor, zu überprüfen, „inwieweit die derzeit geltenden Beschränkungen für Fahrzeuggewicht und -abmessungen zu überarbeiten sind”. Dies ist ein Schritt, der die Straßen für 25 Meter lange und 60 Tonnen schwere ‚Riesenlastwagen’ öffnen könnte, die derzeit in den meisten Mitgliedstaaten verboten sind.
Während Einige der Meinung sind, dass diese Lastwagen es den Betreibern von Straßentransportunternehmen ermöglichen würden, größere Mengen zu befördern, ohne die Zahl der Fahrten zu erhöhen, befürchten Bahnbetreiber, dass dies den Preis für Straßentransport noch weiter drücken und eine untragbare Nachfrage verursachen werde (EURACTIV vom 23. Juli 2007).

