Ein geplantes Paket für zinsgünstige Kredite in Höhe von 40 Milliarden Euro für die Automobilindustrie wurde von der Branche begrüßt, von Umweltschützern jedoch heftig kritisiert. Das Paket wurde geschnürt, um den europäischen Autoherstellern zu helfen, die ehrgeizigen Umweltziele der EU zu erreichen.
Bei einer CARS21-Stakeholderversammlung am 29. Oktober 2008 meinte Verheugen, die Kommission sei offen für die Idee, ein Paket zinsgünstiger Kredite in Höhe von 40 Milliarden Euro für die Automobilbranche zu schnüren.
Er könne nicht sagen, wann ein solches Paket verfügbar sein werde, doch der Plan sei, das Geld durch die Europäische Investmentbank (EIB) in Form von zinsgünstigen Krediten auszugeben, um die Branche bei der FuE von Autos mit verbesserter Energieeffizienz und niedrigerem Kraftstoffverbrauch zu unterstützen.
Die EU-Kommission könnte außerdem den Mitgliedstaaten erlauben, der Industrie für umweltfreundliche Innovationen staatliche Beihilfe zu gewähren.
Diese Ankündigung folgte auf die Zustimmung der 27 EU-Staats- und Regierungschefs Anfang des Monats zu einem von Frankreich entworfenen Plan zur Unterstützung der angeschlagenen europäischen Automobilindustrie. Darin wurde die Kommission aufgefordert, bis Ende des Jahres Vorschläge zur Unterstützung aller europäischen Wirtschaftszweige vorzulegen (EURACTIV vom 17. Oktober 2008).
Vor dem Hintergrund der derzeitigen allgemeinen Konjunkturschwäche und sinkenden Absatzzahlen für Neuwagen in der EU und weltweit sei die CARS21-Konferenz von Sorgen über die zukünftige Sicherheit der Arbeitsplätze in dieser Branche bestimmt worden, so EU-Kommissar Günter Verheugen bei der Präsentation der Ergebnisse der Konferenz.
Der Verlust von Arbeitsplätzen betreffe nicht nur die Automobilhersteller selbst, sondern auch Vertragsfirmen, Lieferanten und all diejenigen, die Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführten, fügte er hinzu.
Die Interessenvertreter kamen darin überein, dass der Weg zur Sicherung der langfristigen Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie über die Positionierung als weltweiter Marktführer für umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Fahrzeuge führe.
Die Automobilbranche meinte hingegen, das sei nur möglich, wenn für die Industrie günstigere rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen würden und die Regierungen der Branche direkte finanzielle Unterstützung zukommen ließen.

