Sexualisierte Gewalt im Sport: EU wird initiativ

Allein in Deutschland toben sich zehn Millionen Kinder in Sportvereinen aus. Für einige wird das Training zum Alptraum. Foto: michael hirschka / pixelio.de

Im Sport kann von Gleichstellung der Geschlechter noch keine Rede sein. Die Europäische Union ergreift nun Initativen, vor allem in der Bekämpfung sexuellen Missbrauchs im Sport. Die scheidende litauische EU-Präsidentschaft hat das Thema ebenso im Visier wie die kommende griechische Präsidentschaft.

Die griechische Präsidentschaft will das Thema, das lange Zeit tabu war, explizit in ihr Arbeitsprogamm aufnehmen. Griechenland übernimmt zum Jahreswechsel die rotierende Ratspräsidentschaft von Litauen für die nächsten sechs Monate.

Zu den Themen Sportförderung, Gesundheitsförderung durch Sport, Gleichstellung der Geschlechter, engere Beziehungen zur Wirtschaft, Bekämpfung des Dopings, duale Karriere, Sportinfrastruktur in den EU-Mitgliedsstaaten und zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs sind Veranstaltungen im Februar und März 2014 geplant. Der nächste Sportministerrat soll am 21. Mai 2014 in Brüssel stattfinden.

In der litauischen Hauptstadt Vilnius fand – wenig beachtet – diese Woche eine Konferenz der EU-Kommission statt, bei der die Prävention sexualisierter Gewalt im Sport im Mittelpunkt stand.

Die für Sport zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou beklagte, dass Mädchen und Frauen im Sport immer noch vor vielfältigen Barrieren stehen, und zwar auf allen Ebenen vom Amateursport bis zum Profi-Sport. "Ich sage ganz klar: Wir brauchen keine neuen Deklarationen, sondern Taten! Wir müssen sicherstellen, dass Frauen den Sport in sicherem Umfeld ausüben können und dass die Stimmen der Frauen entsprechend gehört wird", sagte Vassiliou.

Das EU-geförderte Projekt "Prevention of sexualised violence in sport" zeigt, dass Kinder – obwohl sie durch den Sport mehr Selbstvertrauen und Kraft bekommen – besonders verletzlich sind, wenn es um sexuellen Missbrauch und sexuelle Belästigung geht. Das bringen die körperliche Nähe und das enge Vertrauensverhältnis im Training mit sich.

Dass auf der Vilnius-Konferenz "Gender Equality in Sport“ Präventionskonzepte sexualisierter Gewalt diskutiert werden, geht auch auf eine Initiative der Deutschen Sportjugend (dsj) zurück. Die dsj hat mit Einreichung und Umsetzung des Programms „Safer, better, stronger – Prävention sexualisierter Gewalt im europäischen Sport“ in den Jahren 2012/2013 den Impuls zum Austausch zwischen internationalen Sportverbänden und zur Behandlung des sensiblen Themas auf höchster Ebene geliefert. 


Ewald König

Links


EURACTIV.de:
Kampf dem Tabuthema: "Sport ist keine Insel" / Die EU und der sexuelle Missbrauch im Sport (26. November 2012)

EU-Kommission Pressemitteilung (auf Englisch)

Informationen zu Materialien und Veranstaltungen der dsj/des DOSB:?www.dsj.de/Kinderschutz/

Informationen zur EU-Konferenz „Gender equality in sport“ ec.europa.eu/sport/news/20131129_en.htm

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