OECD: Immer mehr Einwanderer in Deutschland

Die Beschäftigungssituation von Migranten in Deutschland hat sich stärker verbessert als in den anderen OECD-Ländern. Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de

Deutschland hatte in den letzten zwei Jahren den stärksten Anstieg der Migration unter allen 34 Mitgliedsländern der OECD. Insbesondere die Zuwanderung aus von der Schuldenkrise betroffenen Staaten ist im zweiten Halbjahr 2011 deutlich angestiegen.

Deutschland hatte mit 10 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 den größten Migrationsanstieg der OECD-Länder zu verzeichnen. Auch die Beschäftigungssituation von Migranten hat sich stärker verbessert als in den anderen OECD-Ländern. Dies geht aus dem  Internationalen Migrationsausblick 2012  der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.  

In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 war ein Anstieg der Migration aus der von der Schuldenkrise betroffenen Staaten Griechenland, Spanien, Portugal und Irland  nach Deutschland zu erkennen. Die Zahl der griechischen Neuzuwanderer hat sich im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2010 verdreifacht, die der spanischen Immigranten hat sich verdoppelt.

Den größten Teil der Zuwanderer nach Deutschland bilden jedoch noch immer Menschen aus den neueren Mitgliedsstaaten Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Die Zahl der türkischen Migranten ist im Vergleich zu den vorherigen Jahren stark zurückgegangen.

Die Beschäftigung von Neuzuwanderern hat in Deutschland im Zeitraum von 2008-2011 im Vergleich zu den anderen Mitgliedsstaaten stark zugenommen. Besonders die Beschäftigung weiblicher Migranten wurde dem OECD-Bericht  zufolge erhöht.

Langfristig gesehen wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland ab 2015 stagnieren. Diese Tendenz ist laut OECD selbst bei anhaltenden Migrationsströmen nicht zu aufzuhalten.

Zur Problematik des demographischen Wandels erklärte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch in Brüssel,dass  "die Bedingungen in Europa attraktiver gemacht werden müssten, sodass die Menschen nach Europa kommen wollen".
 
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), bezeichnete bei der Vorstellung des Berichts über die Lage der Ausländer in Deutschland am Mittwoch eine "vorausschauende Integrationspolitik" speziell im Fall Deutschland als unerlässlich. Auch wenn im Jahr 2011 ca. 200.000 weniger ausländische Arbeitslose gemeldet waren als 2005: die Nicht-Beschäftigung bei Ausländern sei noch immer doppelt so hoch wie bei Deutschen. Auch die Zahl der ausländischen Schüler mit (Fach-)Hochschulreife sei noch bedeutend niedriger als die der Deutschen. Nur jeder sechste nicht-deutsche Schüler mache sein (Fach-)Abitur.

Aline Heidemann

Links

Dokumente

EU-Kommission: Employment: Commissioners Malmström and Andor welcome the new OECD report on international migration trends (27. Juni 2012)

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