In dem OECD-Wachstumsbericht 2006 werden die EU-Länder angehalten, die Zahl der Beschäftigen zu erhöhen. Auf deutschen und französischen Straßen machen die Bürger jedoch ihrem Unmut über diesbezügliche Maßnahmen ihrer Regierungen Luft.
Der zweite Wachstumsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeichnet ein gemischtes Bild. In vielen Ländern seien zwar Liberalisierungen durchgeführt worden, aber bei dem Ziel, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen, seien kaum nennenswerte Fortschritte erzielt worden. In einer Pressemitteilung der Organisation heißt es, viele Länder stünden der Lockerung des Beschäftigungsschutzes widerwillig gegenüber.
Der diesjährige Bericht betont die Wichtigkeit von Innovation und Benchmarks in Bereichen wie Forschung und Entwicklung, wo sowohl die Intensität der Tätigkeiten als auch die Höhe öffentlicher und privatwirtschaftlicher Investitionen von großer Bedeutung sei.
In einem der Kapitel geht es um das BIP als ein Maßstab des Wohlstands. Das BIP sei nur bedingt aussagekräftig, da viele Faktoren nicht berücksichtigt würden, beispielsweise Umweltverschlechterungen, Wert der Freizeit und Einkommensunterschiede in der Bevölkerung.
Indes dürfte es vielen Ländern schwer fallen, den Reformempfehlungen der OECD nachzukommen. Sowohl in Frankreich und in Deutschland sind viele Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Reformpläne ihrer Regierungen zu protestieren. Der französische Premier Dominique de Villepin will den Kündigungsschutz für junge Arbeitnehmer unter 26 lockern. Und in Baden-Württemberg streiken Beamte aus Protest gegen längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst.

